Diabolus quendam tyrannum sub potestate Romani nominis inflammavit, sagt die Originallegende; erst später wird der Name Hirtacus dazu gefügt. Auch das mhd. Gedicht nennt ihn einfach Richter.


Dritter Abschnitt.

Verena, die Geburtshelferin.

Ihre örtlichen Kleinkinderbrunnen, Taufbrunnen und Wasserkirchen; die ihr geopferten Mädchen- und Brautkränze; ihr Geburtsgürtel, Haarkamm und Waschkrug; ihre örtlichen und kirchlichen Heilquellen. Gesundheitsregeln am Verenentage. Mythische Nachklänge von der Gewitterriesin: das Vrenelisgärtli am Glärnisch u.s.w.

Wir beginnen mit dem Kindersegen, welchen die Heilige verleiht, und stellen hiefür diejenigen Erzählungen voran, welche der ältesten zwischen die Jahre 1005 bis 1032 fallenden Aufzeichnung der Verenalegende (bei Pertz 6, 457) angehören. Diese von G. Waitz nachgewiesene Zeitbestimmung gilt namentlich auch für diejenigen Thatsachen, über welche der Verfasser jener Bruchstücke entweder als Augenzeuge berichtet, oder die er an bekanntere Herschernamen jener Periode anknüpft.

Der Burgundenherzog Konrad war mit seinem Eheweibe

Machthilde lange kinderlos geblieben. Sie wallfahrteten endlich nach Zurzach ins Verenenstift, beteten hier und vertheilten reichliches Almosen, und in der ersten Nacht nach der Heimkehr empfieng die Herzogin einen Thronfolger.

Heriman, der zweite Alemannenherzog dieses Namens (997), hatte Gerbirga geehlichet, des vorhin erwähnten Burgundenherzogs Konrad Tochter, und obwohl schon mehrere Töchter, doch noch keinen Sohn bekommen. Sobald aber die Eltern zum Grabe Verenas wallten, wurden sie auch mit einem solchen beglückt. Dieser war, wie Casp. Lang beifügt (Histor. theol. Grundriss der christl. Welt 1692. 1, 477), Herman III., der indess nicht zu seinen Jahren kam und schon 1012 wieder starb.