Wer solls (aus der Taufe) heben?
Der Gothe und die Göthen.
Am Queckbrunnen zu Dresden stand schon 1312 ein Marienbild; jetzt ziert ihn ein fliegender Storch, der sowohl im Schnabel, als auch in den Fängen und zudem auf jedem Flügel je ein Wickelkind trägt. Dieses Wasser macht unfruchtbare Frauen zu gesegneten Kindsmüttern. Schäfer, Städtewahrzeichen 1, 120. Zu den in den Aargau. Sagen 1, S. 17 bereits verzeichneten schweiz. Kleinkinderbrunnen lassen sich nachträglich noch folgende aargauische anführen. In der Stadt Aarau war es bis zum Jahre 1812 obrigkeitlich festgesetzt gewesen, den Stadtbach alljährlich am Verenatag abschlagen zu lassen. Da man der Annahme zufolge aus seinen Brunnenstuben den Säuglingsvorrath holte, so steht dieser Kleinkinderbach noch immer in besonderer Geltung. Sobald man nun den abgestellten Bach eines Abends wieder anlaufen lässt, zieht ihm die gesammte Stadtjugend unter
Fackelschein mit laubumflochtnen Stäben entgegen und ruft zum Takte der wirbelnden Knabentrommeln:
Der Bach chunnt, der Bach chunnt:
Sind mini Buebe-n-alli gsund?
Jo jo jo!
Der Bach ist cho, der Bach ist cho:
Sind mini Buebe-n-alli do?
Jo jo jo!