Chind, bis ietz still und fîn,
oder es chunnt Frau Vrin,
die het ne grosse Striegel
und zert di kech am Riegel.
Der Riegel bezeichnet in der Mundart den Haarbüschel. Die Frau Vrin ist also hier eine Drohgestalt, wie in Schöppners Bair. Sagenb. no. 1282 die lange Agnes, welche die Leute am Bache mit Bürste und Stahlkamm behandelt, bis Haut und Haar abgeht. Man macht dem kleinen Mädchen dabei weis, der neue scharfe Kamm und ein dreimaliges Abwaschen des Kopfes sei nothwendig, wenn dereinst ein eben so saubrer Liebhaber sich anmelden solle, und hiefür hat man folgendes Sprüchlein:
Ach mî liebi Jumpfere Vre',
gsehst, i ha kes Schätzeli meh,
strähl und wäsch mi doch au nett,
dass mî Hansli Freud ab mer het!