Halbe Stunde später.
Die Philosophie? Ich lache! Ah Herr Graf, sie wird Sie nicht schützen gegen Ihre zwanzig Jahre. Soll ich schreiben? Das eben stattgehabte Gespräch? Mir zuckt's und prickelt's in den Fingern. Also ... Der Graf kam die Treppe herauf. Ich kratzte zwanzig i-Striche nacheinander. Ich mußte ja schreiben. »Guten Morgen, gnädige Frau.« Mein Ohr seziert den Ton, in welchem er die vier Worte spricht. Schüchternheit und Trotz; so das Resultat meiner raschen Analyse. Ich hob den Kopf, dankte ihm, ohne zu sprechen.
Gnädige Frau ...
Ich sehe mit dem liebenswürdigsten Gesichtsausdruck an ihm vorbei. Er ist tötlich verwirrt.
Gnädige Frau, ich ... ich bin sehr ungeschickt.
Gewiß.
Er wird weiß bis in die Lippen. Noch siegt die Philosophie über seine gekränkte Mannheit. Das ist mir nicht recht. Ich muß ihn reizen, reizen, bis er sich vergißt und ....
Gnädige Frau, ich habe Sie gestern beleidigt.
Graf, beleidigen können Sie – mich nicht.
Einen Augenblick ist's sehr still. Dann macht er mir eine tiefe Verbeugung. Sehr unkorrekt, aber zum ersten Mal frei und natürlich.