»Etwas, was Sie nicht verstehen. Stumme Liebe.«

Der Schauspieler brach in ein rohes schmetterndes Gelächter aus und warf wie im Uebermaße der Lustigkeit seine Rolle zu Boden.

»Teufel noch einmal! Sie verlangen hübsch viel –«.

»Weil ich nichts verlange.«

Der Inspizient eilte erschrocken herbei. »Aber meine Herrschaften! So laut! Eben hat der Regisseur geklingelt. Uebrigens kommen Sie in der nächsten Scene, Herr Possanski. Und Sie auch, Fräulein!« Der Schauspieler hob die schmutzige stark zerlesene Rolle wieder auf, ohne den Staub abzuklopfen. Seiner Kollegin noch ein liebenswürdiges Lächeln und einen bösen Blick zuwerfend ging er nach dem Vordergrunde der Bühne.

»Kröte!« murmelte er vor sich hin. Die junge Dame war zurückgeblieben.

»Ich habe keine Requisiten,« wandte sie sich an den in seinem Buche blätternden Inspizienten. »Ich kann doch nicht selbst in die Requisitenkammer gehen.«

Der Inspizient sah sich um. »Wo sind denn all' die Kerls.... Aha, Klaus!«

Der baumlange Theaterarbeiter ließ die Versatzstücke stehen. Schon eine ganze Weile hatte er sie geräuschlos aus dem Wege geräumt, ohne in dem trügerischen Dämmer von Gas- und Taglicht bemerkt zu werden.

»Verlangen Sie in der Requisitenkammer einen Brief und eine Zeichenmappe. Aber rasch.«