Außer diesen Brustschildern ist auch die Art der Leibgürtel genau festgesetzt, so z. B. tragen die Mandarine erster Klasse rote Gürtel mit Schnallen aus Jade (Nephrit) und Rubinen, jene der letzten Klasse Schnallen aus Büffelhorn.
Zu den Abzeichen der Mandarine gehören auch die Knöpfe oder vielmehr nußgroßen runden Kugeln auf der Spitze der chinesischen Hüte. Bei den Mandarinen erster Klasse sind die Kugeln Rubinen, bei jenen der zweiten Klasse Korallen, die Knöpfe der Mandarine dritter und vierter Klasse sind blau, und zwar durchsichtig blau (Saphir) und undurchsichtig (Lapis Lazuli); bei der fünften und sechsten Klasse weiß, durchsichtig (Krystall) und undurchsichtig (Marmor). Sollen Mandarine für leichtere Vergehen bestraft werden, so wird ihnen für eine bestimmte Zeit der Knopf entzogen.
Neben diesen mit dem Rang verbundenen Abzeichen giebt es in China auch außerordentliche Auszeichnungen, von denen die höchste die gelbe Reitjacke ist (im Chinesischen Ma-Kwa), ein gelbseidener Rock, der jedoch nur auf Reisen, im Felde und bei Hofe getragen wird. Sir Robert Hart und von den Chinesen der berühmte Vizekönig von Tschili, Li-Hung-Tschang, sind die bekanntesten Inhaber der gelben Reitjacke. Für ganz besondere Leistungen wird auch die gelbe Flagge verliehen, ein kleines gelbseidenes Fähnchen, das der Inhaber in seiner Rechten trägt. Der Besitz des Fähnchens führt das souveräne Recht von Leben und Tod mit sich und es wird deshalb nur äußerst selten verliehen. In ganz China dürften kaum mehr als sechs Würdenträger die gelbe Flagge besitzen.
Häufiger wird die Pfauen- oder Krähenfeder verliehen. Die so Ausgezeichneten tragen die Feder auf dem Hute hinten nach abwärts geneigt. Prinzen und den höchsten Würdenträgern werden die Pfauenfedern mit drei Augen verliehen, geringeren Beamten nur solche mit zwei Augen, und Federn mit einem Auge sind sogar für geringes Geld käuflich. Li-Hung-Tschang konnte in Anbetracht seines hohen Ranges keine schlimmere Strafe widerfahren als die 1894 erlassene Verfügung, daß er eine Zeit lang nur zwei Augen auf seiner Pfauenfeder tragen durfte.
Krähenfedern werden nur Soldaten der kaiserlichen Garde verliehen. Sie können aber auch die Pfauenfeder erhalten. So z. B. bringt der Titel Baturu die Pfauenfeder mit sich. Ein Baturu ist in der chinesischen Armee etwa dasselbe, was der Ritter der Ehrenlegion in der französischen Armee, nur trägt der chinesische Baturu statt des Kreuzes am roten Bändchen die Pfauenfeder und erhält einen passenden Titel, z. B. der Tapfere oder der Großmütige, mit dem auch höhere Bezüge verbunden sind. Bisher wurde nur ein Europäer, der General Mesny (ein Franzose), Baturu.
Noch seltsamer als die eben erwähnten sind einige andere Auszeichnungen der Chinesen, z. B. das Recht, die Schwertscheide mit der gelben Rinde der Robinia pygmaea, einer Akazienart, überziehen zu lassen, oder das Recht, beim Reiten rote Zügel zu führen. Li-Hung-Tschang ist auch Inhaber dieser Auszeichnungen.
Orden des doppelten Drachen dritter
Klasse des ersten Grades.
Band zum nebenstehenden Orden.
(Hälfte bis zu einem Ende.)