„Denke doch, du zwingst mich zum Selbstmord, erinnere dich . . .“

„Erinnern? Liebe ich dich nicht? Aber wir sprechen von Geschäften. Warum hast du deine Papiere nicht behalten, du wärest Millionär. Wozu es leugnen, es machte mir Spaß, und für ihn, meinen Mann, war es ein gutes Geschäft. Mein Rat ist: Gehe ruhig in die Fabrik, die neue Farbe gelingt dir, dann bist du dein eigener Herr. Das war doch stets dein Wunsch. Aber beeile dich, auch die Stelle dort könnte besetzt sein.“

Edgar reiste hin, arbeitete den ganzen Winter dort, schlief in dem Bett des erkrankten Vorgängers in dem verlotterten Hotel. Die Zeit war fürchterlich, er hatte alle Mühe für die Fabrik, dazu reichte kaum der Tag, die Nacht brauchte er für sein Rot.

In einer Märznacht schlief er bleiernen Schlaf, auf die Glasplatte des Tisches gesunken. Er träumte, er schwämme durch das Meer, im Munde alle salzige Bitternis des Meerwassers, und Esther, über den Bord eines Schiffes gelehnt, schütte neue Bitternis in seinen Schlund. Er erwachte. Es war Blut.

Er reiste zurück, zu dem einzigen Menschen, den er kannte, Esther: „Blut? Einfache Lungenblutungen, Tuberkulose ist es nicht.“

„Du bist gut unterrichtet.“

„Ich denke viel an dich, weil ich dich liebe. Du bist grau geworden. Mußt du das?“

Sie fuhr mit ihrer Hand in den Schlitz seines Hemdes, befühlte wie ein Liebender Edgars Brust, sein hart pochendes Herz, seine Haut, die schwamm in bitterer Feuchtigkeit.

„Ich will dir etwas sagen, aber nicht hier. Ich will dir etwas vorschlagen, nur ein Geschäft, aber nicht hier, willst du?“

„Komm zu mir?“