So ein ganz unverblümter Schilderer der rassigen, flämischen gutgestellten Familie ist Jakob Jordaens.

Auch ein echter Sohn seiner Rasse, der nicht nach Italien ging. Der die Götter Griechenlands – wie Rubens – ganz so malt wie die Kinder, die Männer und Frauen seiner gesegneten Heimat. Kräftige Körper, schwellende, milchstrotzende Brüste und leuchtende Augen, rotes Haar und rosiges Fleisch, runde Gesichter mit feuchten Lippen, die gern essen und schlürfen, die tüchtig singen und breit lachen können und wollen. (Abb. 46 und 47.)

Die Familien Jordaens' sind immer bei voller Tafel versammelt – irgendein Fest gab's immer zu feiern. Die Bohnenfeste, die Martinsfeste, den Dreikönigstag, wie oft hat sie Jordaens gemalt in gesunden Farben beim fast blendenden Licht. So strahlt das grelle Fleisch fast hart wie die Pokale der vollen Tafel.

Es muß sehr laut zugegangen sein bei solchen Festen. Das hört man aus allen Bildern dieses Malers familiären Genusses. Es lacht alles. Alles singt und fiedelt durcheinander. Rommelpot und Dudelsack und Kinderschreien und lauter Schabernack, Gläserklirren und Hochs ohne Anlaß und ohne Ende geben die dissonante Musik dieser unvergleichlich ausgelassenen Familienfeste.

Ein Bild dieser Art hat Jordaens unzählige Male wiederholt. »Wie die Alten sungen, so zwitschern die Jungen.«

Alt und jung singt lustige Lieder. Der Bub auf Großvaters Schoß flötet, und das Muttersöhnchen tut desgleichen.

»Wie die Alten – so die Jungen.«

Das Sprichwort ist echt belgisch. Und immer hat's den gleichen Sinn behalten, ohne Moralität das Leben stark bejahend.

Gut essen und gut trinken, zumal bei Festen, ist flandrische Tradition.