Arbeit suchen!

Es war hell und klar und sonnig und bitterkalt draußen auf der Straße. Eine breite Mauer von Schnee, fünf, sechs Fuß hoch, türmte sich weißglitzernd neben dem Fußgängerweg auf, soweit man sehen konnte, und Scharen von Männern mit Schneeschaufeln und Besen waren eifrig dabei, diese winterliche Mauer immer höher zu bauen. Es bedurfte wahrlich keiner besonderen Intelligenz, um hier die Arbeitsmöglichkeit zu erkennen.

»Verzeihen Sie –« sagte ich zu dem baumlangen Aufseher, der, die Pfeife zwischen den Zähnen und die Hände in den Taschen, durch Kopfnicken die Schar leitete, »entschuldigen Sie – aber kann man hier noch ankommen? Ich suche Arbeit.«

»Dann suchen Sie am falschen Platz,« antwortete er. »Schneeschaufler werden punkt sechs Uhr morgens im kleinen Hof des Rathauses angenommen.«

»Ich brauche aber sofort Arbeit.«

»Well – das is' Ihre verdammte Affäre. Wenn's heute weiterschneit, kann ich Sie morgen früh anstellen. Jetzt nicht.«

So begann die lange Arbeitssuche, das Laufen und Suchen den ganzen Tag hindurch. Zweimal lief ich die ungeheure Mississippifront auf und nieder, fragte gewissenhaft jeden Arbeitsplatz ab, sprach mit Hunderten von Menschen und log erschrecklich über meine Arbeitsfähigkeiten. Zwanzig, dreißigmal wiederholte sich das gleiche Frage- und Antwortspiel:

»Können Sie mit schweren Kisten umgehen?«

»Jawohl – ausgezeichnet!«

»Erfahrung gehabt darin?«