Der Herr Professor verdiente viel Geld mit seinen lustigen Lehrerinnen und fand das Leben wunderschön, wenn er mit jener Schülerin heute in den Golden Gate Park ging und mit dieser morgen unter gefährlichem Flirten in einem französischen Restaurant dinierte. Bis einmal Frank sagte:

»Die Geschichte wird nicht lange dauern, amice!«

»Meinst du?«

»Aber das ist doch selbstverständlich. Eines schönen Tages werden sie des Spiels überdrüssig werden (ich kenne meine Leute) und dann – adieu, Professor. Armer Professor!«

Da wurde der Lausbub von Professor nachdenklich; hatte er ja selbst schon mehr als einmal empfunden, daß sein deutscher Unterricht schließlich nur eine Art lustiger Charlatanerie war und der Teufel los sein würde, wenn einmal die Grenze erreicht war, wo die Geschichte ohne grammatikalische Gründlichkeit versagen mußte!

Und eines Abends träumte ich von der Zeitung in St. Louis, und wie unbeschreibliche Sehnsucht kam es über mich; jene Sehnsucht, die den Menschen packt und schüttelt und sich hineinfrißt in sein innerstes Denken wie eine fixe Idee. Ich träumte und träumte.

Endlich kam, in dem prachtvollen Optimismus der Jugend, dem kein Ding unmöglich scheint, ein vermessener Entschluß. Der Lausbub setzte sich hin und schrieb tagelang, eilend, ändernd …

»Famos ist's, Professor. Du kannst mehr Englisch als ich!« sagte Frank.

So gingen die beiden Manuskripte, über die Fischerinsel das eine, ein Hafenbild das andere, an den San Francisko Examiner ab. Gleichzeitig ein langer Brief an den lieben alten sächsischen Doktor mit der Bitte, ob nicht er oder einer der Herren der Redaktion mich an den San Francisko Examiner empfehlen könne. Der Professor fing an, lebensklug zu werden …