»Können wir nicht gebrauchen,« brummte der Stadtredakteur.

»Lassen Sie einmal sehen, bitte.«

Der große Mann las meine Arbeiten sorgfältig durch, und ich zitterte innerlich – trotz meines nagelneuen Selbstbewußtseins.

»Nun,« sagte er endlich, »für uns ist das allerdings nichts. Zu sehr skizzenhaft. Wir knüpfen Beschreibungen nur an interessante Ereignisse an. Aber der Stil ist nicht übel, und das bißchen Fremdartige macht sich sogar ganz gut. Hier ist übrigens ein grober grammatikalischer Fehler. Mc.Grady, dieser junge Mann ist Deutscher und will amerikanischer Journalist werden. Er hat mir gesagt, er wolle wissen, ob er fürs Metier taugt und zwei Monate umsonst arbeiten. Was meinen Sie? Ist von der Westlichen Post, deutsche Zeitung in St. Louis, empfohlen.«

»Kann ich schwer etwas sagen,« meinte Mister Mc.Grady. »Die Fischerinselsache ist ganz nett. Zum Journalisten muß man geboren sein. Können's ja mal probieren. Im übrigen bin ich kurz an Reportern, seit Jameson entlassen werden mußte.«

»Allright. Mr. Carlé, ich stelle Sie beim Examiner mit einem festen Wochengehalt von fünf Dollars an. Für Ihre Arbeiten erhalten Sie Zeilengeld.«

»Gratuliere,« sagte Mc.Grady und lachte. »Ich werde Sie zwiebeln. Wir haben hier keine Zeit zum reden. Ich will Ihnen also nur kurz sagen, daß bei mir die Arbeit alles und der Mann gar nichts gilt. Arbeiten Sie.«

Der Chef des Redaktionsstabs nickte. »Bei uns gilt nur die Arbeit. Sie sind also jüngster Reporter. Mr. Mc.Grady wird Ihnen Ihre Aufgaben zuweisen. Noch einen Wink: Ich habe Sie deshalb engagiert, weil in Ihrem Zeugs da die Kleinigkeiten gut beobachtet sind. Sie haben zu beobachten. In Ausführung Ihrer jeweiligen Reporteraufgabe werden Sie alles tun, um alle nur erdenklichen Tatsachen zu erforschen und alles, Großes und Kleines, zu beobachten. Tatsachen brauche ich. Elegante Bemerkungen können wir uns selbst aus den Fingern saugen. Tatsachen! Beten Sie um Tatsachen! Wie Sie das machen, wird uns zeigen, ob es der Mühe wert ist, sich mit Ihnen zu plagen. Good morning!«

»Prompt um 5 Uhr nachmittags im Reporterzimmer!« befahl Mc.Grady. »Lassen Sie Ihren Frackanzug und Wäsche herschicken, damit Sie sich im Bedarfsfalle hier umkleiden können. Good morning! Geben Sie mir gute Arbeit, und ich bin Ihr guter Freund – good morning!«

So wurde ich jüngster Reporter der San Franziskoer Zeitung des Zeitungskönigs Hearst.