Daß ich aber auch daran nicht gedacht hatte! Ich machte mir schwere Vorwürfe über meinen unverzeihlichen Leichtsinn und war von tiefer Dankbarkeit erfüllt, als der Mann mit der Mütze sich erbot, mir einen Laden zu zeigen. Er führte mich in ein Geschäft am Broadway, flüsterte mit dem Verkäufer, bekam irgend etwas in die Hand gedrückt, und ging wieder. Er dürfe nicht lange fortbleiben – der gentleman dort würde mich schon fixen.

»I – I desire to buy a revolver!« stotterte ich.

»Certainly,« antwortete der Verkäufer. »Talk German. Bitte, sprechen Sie nur deutsch. Sie wünschen einen Revolver?«

Ich bejahte.

»Sie müssen natürlich das beste haben, was es nur gibt, besonders da Sie nach Texas reisen, wie mir der Mann vom Heim sagte. Dort kann das Leben eines Mannes leicht genug von der Güte seiner Waffe abhängen!«

(Texas muß ja fa–mos sein! Dachte ich mir, freudig überrascht).

»Ich möchte Ihnen diesen Smith und Wesson Revolver bestens empfehlen. Feinster Nickelstahl. Selbsttätiger Patronenauswurf. Selbstwirkende Sperrvorrichtung. Treffsicherheit auf dreihundert Meter garantiert. Kolossal bequem in der Hüftentasche zu tragen!«

»Ich weiß doch nicht …« sagte ich, die kleine Maschine möglichst sachverständig betrachtend. »Gerade mit diesem System bin ich nicht vertraut.« (Ich verstand überhaupt nichts von Revolversystemen.)

»Ich erkläre Ihnen den Mechanismus genau. Außerdem können Sie die Waffe auf unserem Schießstand probieren. Diese Tür dort!«

Ich zitterte vor Freude. Das war ja wunderbar. Kaum konnte ich meine Ungeduld meistern, als wir in die Schießbahn kamen, und er mir zuerst den Mechanismus, das Laden, das Patronenauswerfen zeigte. Endlich gab er mir den Revolver in die Hand, und schleunigst knallte ich auf die von Glühlampen hellbeleuchtete kleine Scheibe los.