»Jawohl,« sagte ich. »Sehr.«

»Well, das macht nichts. Der Herr hier traktiert. Was ist das Ihrige?«

»Ein Glas Bier.«

»Schluck's hinunter, sonny!« sagte einer der Trinkenden. »Jawohl – ich traktiere. Und es wird nicht das letztemal sein, daß dieser gute alte Junge hier« (er schlug sich auf die Brust) »auf diesem gesegneten Schiff eine Runde bezahlt. Soll sich der Mensch vielleicht nicht freuen, wenn er aus New York herauskommt? Im Winter ist es so kalt, daß man Millionär sein muß, um die Kohlenrechnung zu bezahlen; im Sommer ist es so heiß, daß man dreimal im Tag den Sonnenstich bekommt und nachts im Eiskasten schlafen muß. Mit den Löhnen ist's Essig, weil das italienische Pack von drüben zu billig arbeitet, und ein solides kleines Geschäftchen kann man auch nicht machen, weil alles schon gemacht ist, was es in der Geschäftslinie nur gibt. New York ist ungemütlich. Verdamm' New York, sag' ich. Hat einer von den Herren 'was dagegen?«

»Ich nicht,« meinte der Mann hinter der Bar. »New York kann für sich selber aufpassen. Groß genug ist es.«

»Das ist wahr. Ein großer, unappetitlicher, rauchiger Haufen von einer Stadt ist es. Von Wolkenkratzern und elektrischem Licht kann ich nicht leben, sag' ich. Texas für mich, meine Herren, wo ich der Schlauere bin, und nicht New York, wo die anderen alle die Schlaueren sind. Texas für mich, sag' ich.«

Da freute ich mich diebisch, weil ich jedes Wort mühelos verstand, und trank vergnügt das winzig kleine Glas Bier aus.

»New York hin, New York her,« sagte ein Mann neben mir, ein prachtvolles Menschenexemplar, riesengroß, mit breiten Schultern und einem merkwürdig weichen Gesichtsausdruck. »Ich rutsche jetzt zum drittenmal auf dieser verdrehten Mallorylinie nach Texas hinunter. Wenn ich dort bin, kalkulier' ich mir zusammen, daß ich wieder in New York sein möchte, und wenn ich glücklich wieder in New York bin, läßt es mir keine Ruhe, bis ich mein Fahrgeld nach Galveston wieder bezahlt habe. Wenn ich in Texas auf einem Gaul sitze, möcht' ich in einem New Yorker Varieté sein, und wenn ich in New York sechs Monate lang richtige Mahlzeiten gegessen habe, werd' ich ganz verrückt nach Texasmaisbrot und Texasspeck. Ich hab' noch nicht die richtige Ruhe, denk' ich mir.«

Die Männer lachten schallend auf.

»So geht's uns allen,« rief einer. »Ich pfeif' auf die richtige Ruhe. Um die zu haben, müßte ich entweder Millionär sein oder tot und begraben. Dies ist ein großes Land, und meiner Mutter Sohn will dort sein, wo etwas los ist. Gefällt's mir nicht in der einen Stadt, geh' ich in eine andere, und sind im Osten die Zeiten schlecht, so ist damit noch lange nicht gesagt, daß sie auch im Westen schlecht sein müssen. Das Glück läuft einem nicht nach. Immer hinter drein! Entfernung spielt bei mir keine Rolle. Immer hinter drein, meine Herren, und der Teufel holt den, der zuletzt kommt.«