»Danke. Ja. Ich bin erst kurze Zeit im Land.«
»Aber Ed! Das mußt du nicht jedem hergelaufenen Pferdedieb gleich auf die Nase binden!«
»Doch, doch!« meinte der Reklamereiter. »Ihr noch unschuldiger Ruf könnte sonst leiden. Denn nur einem ganz grasgrünen Grünhorn (entschuldigen Sie den Ausdruck!) kann man es verzeihen, wenn er sich zu einer halbtoten Mumie, wie diesem Muchow hier, auf 'ne gottverlassene Farm hinhockt.«
»Jawohl!« grinste Charley. »Allerlei Leben würd' er mit euch sehen – die innere Ausstattung des Countygefängnisses aber auch! Dicky, du kriegst die Ladung; dein Whisky ist so schlecht, daß du unbedingt Geld verdienen mußt, um besseren kaufen zu können. Du kommst das nächstemal dran, John. So! Reitet, Jungens! Go to the devil!«
»Sollen wir 'was ausrichten?« schrien lachend die Reiter, schon im Davonjagen …
»Siehst du, Ed, das sind nette, manierliche Jungens, mit denen man wenigstens ein vernünftiges Wort sprechen kann, ohne daß man einen Seidenhut auf dem Schädel haben und bei jedem dritten Wort eine Verbeugung machen muß. So laß ich's mir gefallen. Gute alte Texasmode, Sohn!«
»Grasgrünes Grünhorn hat er gesagt!« meinte ich. »Nette Höflichkeit!«
»Well – wenn Euer Kaiser nach Texas käme, wäre er auch ein Grünhorn. Is nix dabei!«
In Brenham waren wir unsere Ladung in einer halben Stunde los; den Samen bei Smith & Donahan, die Ballen im Schuppen von Roberts Brothers. Die Pferde und die Maultiere banden wir vor dem gleichen Laden wie neulich an. Wir wollten gerade hineingehen, da kam einer der umherlungernden Neger auf uns zu, ein schlanker schwarzer Bursche. Sein Hut strahlte in sieben verschiedenen Farben und hatte mindestens doppelt so viele Löcher; seine Hosen hielt er mit beiden Fäusten krampfhaft fest, weil sie viel zu weit waren und stetig herabzurutschen drohten; sein Hemd mochte in unschuldiger Jugend einmal weiß gewesen sein.