»Das ist aber wenig! Oh – ich kenn' dich aber doch? Freilich, du bist ja der kleine Dutchy von der Apotheke! Und ist es denn hübsch zwischen deinen Salben und Fläschchen? Ach, ich möchte einmal einen ganzen Tag lang bei euch sein und nach Herzenslust von all den schönen, süßen, kalten Sachen trinken. Ich glaub', ich beneide dich ein bißchen, mein Junge!«

»Ich mag die Limonaden gar nicht mehr,« antwortete ich sehr verlegen. »Was sind das nur für komische kleine Häuschen! Und was tust du denn hier?«

»Ich? Ich heiß' Daisy, mein Junge!«

Da tauchte der Dampfer vor mir auf und Miß Daisy Benett und die wundervollen durchplauderten Sommernächte im warmen Golf.

»Ist es nicht ein hübscher Name?«

»Sehr hübsch – Daisy!«

Und das Händchen packte den Lausbub am Ohr und ein kicherndes Geflüster sagte ihm, er dürfe hineinkommen, wenn er recht artig sein wolle.

»Im Ernst?«

»Freilich!«

Eine schmale Treppe ging's hinauf, an einer Türe vorbei, aus der Lachen und Stimmengewirr drang, und dann huschte sie, mich mit sich ziehend, in ein winziges Stübchen. Da war es blütenweiß und blitzsauber und alles so sonderbar klein und zierlich. Daisy setzte sich hin und plauderte unaufhörlich, über alle und jeden im Städtchen. Vor vielen Jahren sei Mr. Mindus nach dem damals viel kleineren Brenham gekommen und in jener Straße, in der jetzt die Apotheke liege, habe er mit Hustenmitteln und Chinin hausiert; an der Ecke stehend, einen kleinen Kasten an Riemen über die Schultern geschlungen. Der reiche Mr. Mindus! Und wen ich denn noch kenne? Den Doktor von der Zeitung? Ach, das sei ein guter Mensch, aber ein furchtbar leichtsinniges Menschenkind, das nie auf einen grünen Zweig kommen würde.