»Hab’ dich nicht so!« brummte der Sergeant. »Weiter — weiter!«
Und ich schämte mich über mein Getue, denn es schien mir unmännlich und unsoldatenhaft — jawohl, ich schämte mich! Aber ich ging mit sehr vorsichtigen Schritten und machte einen großen Bogen um jede Erhöhung, die ein Grab vermuten ließ.
Der Verwesungsgeruch war und blieb in der Luft.
Einmal sah ich einen Arm aus dem Boden ragen dicht am Weg, ein anderes Mal einen bestiefelten Fuß, der in grotesker Steifheit aus der Erde emporzuwachsen schien. Und der Aasdunst umfing uns fortwährend.
»Jetzt wird’s mir aber bald auch zu viel — — —« sagte Souder, sich sein schmutziges Taschentuch vors Gesicht haltend.
Kurz vor der ersten San Juan-Furt begegneten wir einem Korporal vom 5. Infanterieregiment mit sechs Mann, die Hacken und Schaufeln trugen. Der Korporal war ein graubärtiger alter Regulärer.
»Verdammt, Sergeant,« sagte er knurrig, »Ihr Signalmenschen habt’s besser als wir!«
»Das verstehst du nicht, mein Sohn!«
»So! Eh? Damn the whole damned — — Sieh mal her!« Er zog eine Handvoll Blechmarken aus seiner Tasche, wie jeder Soldat sie zur Identifizierung um den Hals trug. »Da! Siebenundzwanzig Mann haben wir begraben! Und sie waren nicht schön, die siebenundzwanzig Leichen! Da im Wald, dort im Wald, haben wir Löcher gegraben und die stiffs unter die Erde geschaufelt. Waren wir an einer Stelle fertig, so erwischte uns sicher hundert Schritt weiter ein Offizier, der uns an eine andere Stelle schickte. Sie liegen überall — und, Sergeant — es waren welche dabei — die wir nicht anfassen konnten — mit den Schaufeln haben wir sie in die Löcher gestoßen ...«
»Wir haben auch welche gesehen!« erklärte Souder trocken, und wir gingen weiter. Wir durchwateten die Furt, da, wo gestern die 71er gefallen waren, und sahen eine Leiche im Wasser liegen.