»Und was ist das Resultat?« sagte Haveland scharf.

»Eine Frage: Weshalb brauchst gerade du gerade mich?«

»Deswegen: Weil Enthusiasten, die auf Kirchhöfen herumkriechen, entweder nicht gerade häufig sind oder aber gefährlich — weil ich Leute mitnehmen muß, so zwanzig Mann — weil ich mit der Sorte nicht umgehen kann, denn mich würden sie wahrscheinlich totschlagen — weil ich glaube, daß du der rechte Mann bist — und weil ich für junge Menschen etwas übrig habe...«

»Abgemacht!« sagte ich kurz.

Ich sehe die Szene vor mir, den Raum. Seine Korbstühle, seine kleinen Tischchen mit Kupferplatten, die Gläser auf ihnen, seine gleichgültigen Menschen, die stumpf rauchten, die Hüte im Nacken, oder flüsternd miteinander sprachen. Den Mann. Sein hartgeschnittenes Gesicht mit dem ewigen Lächeln, seinen schönen Mund mit dem eckigen Härtezug um die Winkel, seine lässige Haltung, sein Selbstbewußtsein, das beherrschte und überzeugte ohne viel Worte, als ob Energiefunken übersprängen von einem Menschen auf den andern. Und ein Lächeln stiehlt sich über mich. Wenn mir Haveland damals gesagt hätte, er gedenke, sich zum Präsidenten von Venezuela zu machen und mich zu seinem Kriegsminister, so würde ich das eine höchst verständige und ungemein begeisternde Proposition gefunden haben...

»Ich bin gebunden,« fuhr er fort. »Ich werde dir sagen, was und wieviel ich sagen kann.«

Da fragte ich nichts mehr.


Eine Stunde später war ich Flibustier geworden und befand mich in scharfem Konflikt mit den Gesetzen der Vereinigten Staaten.

Denn ich warb Männer für eine bewaffnete Expedition nach einem fremden Land. Nichts anderes war es im Grunde. Mir freilich bedeutete es nicht mehr als einen tollen Streich so ganz nach meinem Herzen, der durch das lockende große Ereignis nicht nur völlig gerechtfertigt wurde, sondern einen großartigen Zug annahm, heroischen Charakter. Herrgott, was waren das für Zeiten! Das vererbte Soldatenblut regte sich. Frau Phantasie und Herr Leichtsinn, ständige und getreue Mitarbeiter eines der größeren Gemächer im Lausbubengehirn, müssen feine Tage gehabt haben. Ich hatte mich außer im Planters Hotel augenblicklich noch in einem zweiten, billigen Hotel eingemietet, unter dem schönen Namen eines Mr. John Smith aus Chicago, und ein billiges Köfferchen mitgebracht, nagelneu, in dem ein nagelneuer fertiggekaufter Anzug verborgen war; ein Anzug, wie ihn ein beliebiger Galvestoner der einfacheren Klassen getragen haben würde. Für die Maskerade und das ständige Wechseln vom einfachen Hotel zum Planter's House und zurück — ich war bald da, bald dort — sprachen gute Gründe: es sollte der Neugier nicht so leicht werden, festzustellen, wer ich war.