Da sausten wir auch schon hinaus, daß wir beinahe die Treppenstufen hinuntergepurzelt wären, und stürzten auf den Möbelwagen los, der knarrend die Straße heraufgekarrt kam, und schrien die Arbeiter an, und packten Möbelstücke. Es ist ganz merkwürdig, was ein halbes Dutzend Worte einer silbern klingenden Stimme alles auszurichten vermögen. Wir schleppten Kisten und Kasten und Möbel in die Zimmer und halfen stellen und setzten den irischen Arbeitern leise aber nachdrücklich auseinander, was ihnen alles passieren würde, wenn sie ihre verehrlichen Beine nicht in rapideste Bewegung versetzten.
»So liebenswürdig...« lächelte das Stimmchen.
Nun waren wir schon gar nicht mehr zu halten und rannten Hals über Kopf nach dem Materialschuppen, um Draht und Klingeln und Telephone herbeizuholen. Noch nie ist eine Wohnung so glänzend elektrisch ausgestattet worden, wie diejenige unserer jungen Majorin. Wir genierten uns zwar gegenseitig ein wenig über unseren Eifer, aber wir arbeiteten wie Besessene. Unten im Keller stellten wir die Batterien auf. In alle Zimmer wurden Klingeln gelegt, ein Telephon nach dem Kommandeursbüro eingerichtet, ein Nebentelephon vom Wohnzimmer nach der Küche, ein Klingelschaltapparat vom Schlafzimmer nach der Küche, so daß das silberne Stimmchen durch einen leisen Druck heißes Wasser bestellen konnte und Frühstück und was sonst ihm noch belieben mochte. Zehn Schaltklingeln richteten wir ein. Das Stimmchen durfte nur auf die Elfenbeintäfelchen in Schlafzimmer und Küche schreiben, was die Klingelzeichen bedeuten sollten.
»So liebenswürdig! Darf ich Ihnen eine Zigarette anbieten?«
Da hätten wir uns für das Stimmchen totschlagen lassen.
»Ich möchte gern telegraphieren lernen! Sie müssen mir später einen Uebungstelegraphen in mein Zimmer legen!«
Selbstverständlich errichteten wir das Instrument sofort und selbstverständlich hätte der Majorin nichts Gescheiteres einfallen können, um sich die unbegrenzte Verehrung ihrer Sergeanten zu sichern. Wir hätten uns nun zerreißen, rädern, vierteilen lassen für sie...
Und das Stimmchen ließ sich von Kuba erzählen und lud uns zu einer Tasse Tee ein und wir standen uns sehr gut mit ihr. Sie half später so manchem von uns aus der Klemme, als die Arbeit geregelter wurde und wir wieder Zeit zu Dummheiten fanden. Es war alles höchst irregulär damals!
Ein verrückter Tag!
Natürlich halfen wir nachher auch Mrs. Hastings beim Einzug, weil wir in guter Laune waren und die Frau des Kameraden ehren wollten, und wir mußten richtig noch einmal Tee trinken und legten noch einmal elektrische Leitungen und erzählten wiederum. Ich denke heute noch in dankbarer Erinnerung an die junge Sergeantenfrau, denn sie bewahrte mich später durch ein paar gescheite Worte davor, die kleine Irländerin zu heiraten, die drüben auf der elektrischen Bahnstation beim Arlingtonfriedhof Billette verkaufte — ich war ein kolossaler Esel damals... die Irländerin war übrigens reizend — — — Und dann ging's hinüber zu den Quartieren und die Rekruten wurden vorgestellt und wiederum kam das abgehackte Diktieren von kurzen Stichworten von Befehlen. Es war spät abends, als Sergeant Hastings und ich endlich zum erstenmal die Kantine von Fort Myer kennen lernten.