Da hatte Souder einen genialen Gedanken.
»Wißt ihr was?« sagte er. »Ihr seid nette Jungens, und wir wollen euch Gelegenheit geben, diese neuen, feinen, wertvollen Fahrräder umsonst zu bekommen. Wir spielen einfach ein bißchen Poker, und ein Fahrrad gilt immer zehn Dollars. Einverstanden?«
Natürlich waren sie einverstanden, wie Souder als feiner Psychologe vorausgesehen hatte; daß ein amerikanischer Regulärer der Verlockung eines Spielchens Poker widerstanden hätte, war seit Menschengedenken nicht dagewesen! Und als wir spät abends zu unseren eigenen Zelten zurückkehrten, waren wir unsere Fahrräder los, hatten den Infanteristen ein unmenschliches Geld abgenommen, und ihnen ihr sämtliches Bier ausgetrunken.
»Das wäre erledigt,« sagte Sergeant Souder.
Als wir am Offizierszelt vorbeikamen, rief uns der Major an. »Wollen Sie mir freundlichst auseinandersetzen, Sergeant Hastings,« sagte er, »weshalb ich seit drei Stunden keine Menschenseele im Lager auftreiben kann? Natürlich ist beim Einundzwanzigsten drüben wieder gepokert worden, ganz gegen Orders, nicht wahr?«
»Yes, sir,« antwortete der alte Sergeant mit einem seraphischen Lächeln. Er hatte sehr viel Bier getrunken. »Yes, sir. Die vom Einundzwanzigsten haben jetzt unsere Fahrräder und wir haben ihr Geld!«
»Bande!« knurrte der Major und drehte sich scharf um. Wir hörten ihn und Leutnant Burnell im Zelt laut lachen.
Die Order des Kriegsministers, die wir beim Appell am nächsten Morgen in den üblichen gedruckten Formularen erhielten, drückte sich sehr allgemein aus. Sie lautete ungefähr so: »Major G. W. S. Stevens, U. S. Volunteer Signalkorps, Leutnant John W. Burnell, die Sergeanten erster Klasse Soundso und die Sergeanten Soundso des U. S. Signalkorps haben sich sofort nach Eintreffen dieser Order nach Washington, Distrikt von Columbien, zu begeben, und von dort aus nach Fort Myer in Virginien. Major Stevens wird, den Anweisungen des Chief Signal Officer unterworfen, den Signalkorpsposten Fort Myer organisieren und zweihundertundfünfzig neu zu rekrutierende Signalmänner ausbilden. Die Sergeanten sind bis auf weiteres als auf detachiertem Dienst zu betrachten.«
»Hallelujah!« flüsterte Souder, der neben mir in Reih und Glied stand.