Chacun à son goût,«
trällerte Prinzeß Lolo und warf ihrem Bruder eine Hand voll Blumen ins Gesicht.
»Deine Beweise sind sehr – treffend,« sagte er schneidend. »Ich glaube nun auch, daß du auf musikalischem Gebiet mit Baronin Falkner keine Rivalität zu fürchten brauchst, denn sie singt die leichtgeschürzten Weisen der ›Fledermaus‹ nicht!«
Jetzt hielt sich der Herzog beide Ohren zu.
»Kinder, sagt euch keine Sottisen,« rief er kläglich, »das fehlte mir noch – ich will Ruhe haben.« Er raffte seine Briefe zusammen und steckte sie in seine Rocktasche. »Macht was ihr wollt, in betreff des Parkes – das Passendste wäre, wenn Emil der Baronin einen Besuch machte, in meinem und unserer aller Namen, und zwar ehe Falkner kommt. Das wäre eine Höflichkeit gegen unseren Gast und zugleich die, welche wir unseren Nachbarn schuldig sind. Das ist meine Ansicht, aber wie gesagt, macht was ihr wollt, Kinder!«
Mit diesen Worten entfernte sich Se. Hoheit schleunigst.
Auf Prinzeß Alexandras Bitten verzögerte aber der Erbprinz noch den vorgeschlagenen Besuch – sie wünschte erst eine persönliche Zusammenkunft am dritten Orte mit der Herrin des Falkenhofes, und dieser Wunsch wurde schließlich respektiert.
Noch am selben Vormittage stellten sich der Graf und die Gräfin Schinga zum schuldigen Besuch ihrer hohen Nachbarn auf Monrepos ein – man sprach die Falkenhofer Angelegenheit noch einmal durch und hielt Arnsdorf für eine erste Begegnung für den passendsten Ort, sobald die Baronin Falkner daselbst ihren Besuch gemacht.
Wenige Tage später kamen Richard Keppler und Alfred Falkner in Monrepos an – sie sollten neben der Hofdame Fräulein von Drusen und dem Kammerherrn Baron Desing die einzigen fremden Elemente in dem zwanglosen Landaufenthalte der herzoglichen Familie sein, und auch dies nur zum Teil, da der Legationsrat als specieller Freund des Erbprinzen auch dem intimen Freundeskreise der Familie angehörte, und seine trefflichen Eigenschaften, wie sein hoher Verstand besonders von Prinzeß Alexandra geschätzt wurden und diese Schätzung auf Gegenseitigkeit beruhte.
Falkner sah die Prinzessin Eleonore zum erstenmal seit ihrer Einführung in die Welt – selten nur war ihm im kleinen Kreise bei ihrer ältesten Schwester die »Kleine« begegnet, und er hatte ihrer nicht sonderlich geachtet. Jetzt trat ihm ihre Elfenerscheinung doppelt überraschend entgegen, und er sagte sich, daß ihm früher eine solche junge, rosige Mädchenblüte hätte gefährlich werden können, denn »früher« war eine solche, gerade in dem Genre der kleinen Prinzessin, sein Ideal gewesen.