Und da nach des Schöpfers weisem Ratschluß ein wenig Valandine und Teufelin in jedem Weibe wohnt, und diese Eigenschaften auf den Mann immer einen gewissen Zauber geübt haben, so hoffe ich das Beste für diesen verzweifelten Fall.«

»Ich wollte, du sprächest klarer,« sagte Frau Ruß trocken, »aber du docierst immer, als ob du auf dem Katheder ständest. Gut also, warten wir ab, was von der Aufnahme Dolores' am Hofe von Monrepos erfolgen wird.«

»Warten wir ab,« wiederholte der Doktor, tief in Gedanken.

»Und wenn unsere Voraussetzungen fehlschlagen, wenn Alfred bei seinem Benehmen Dolores gegenüber bleibt?« fragte sie gespannt, lauernd. »Was dann?«

»Ja, was dann, teure Frau? Ich weiß es nicht.«

Jetzt warf Frau Ruß ihr Strickzeug beiseite, sprang auf und trat an ihren Gatten dicht heran.

»So, du weißt es nicht?« sagte sie schneidend. »Das mache einem andern weiß – mich betrügst du nicht, mein Schatz! Denn ich möchte Gift darauf nehmen, daß deine Pläne bis aufs Tüpfelchen über dem i auf Jahre hinaus fertig sind!«

Und mit schrillem, kurzem Lachen entfernte sie sich.

Doktor Ruß aber stand noch lange auf demselben Fleck.

»Du hast doch unrecht,« sagte er endlich leise mit seltsamem Lächeln. »Das Tüpfelchen über dem i ist noch nicht gemacht, denn ich weiß noch nicht genau, wie ich es machen soll. Sei aber unbesorgt, ich werde das ›wie‹ schon finden – darin hast du mich wirklich kennen gelernt.«