Nachdem das Präludium verklungen, öffnete der Herzog seinen Geigenkasten und hob seine treffliche, alte, braune Geige heraus.

»Und nun zum Trio,« rief er. »Pfarrer, rüsten Sie Ihr Cello – Gräfin Schinga, wir bitten um das a!«

»Gern, Hoheit,« sagte die Gräfin, sich erhebend, »aber wird nicht Prinzeß Eleonore – –«

»Lolo kann allein spielen,« entschied der Herzog. »Sie ist nicht imstande, Takt zu halten und mit den Instrumenten zu gehen – nein, zum Trio brauchen wir ausdauernde, sich ihrer Aufgabe bewußte Spieler.«

Infolge dieses Entscheides trat die Gräfin an den Flügel und gab den Ton an, und Dolores wunderte sich, ob die Frau im saloppen Hauskostüm wirklich die Spielerin sei, die der Herzog in ihr voraussetzte.

»Ich bin nur froh, daß ich nicht vor Angst am Flügel zu sterben brauche,« flüsterte Prinzeß Lolo Falkner zu. »Papa ist so streng, und diese Trios sind so langweilig – –«

»Aber klassisch,« erwiderte der Freiherr lächelnd.

»Ja natürlich –! Ich meinte auch nur, sie seien so langweilig zum Spielen und Studieren.«

»Es muß wohl sehr schwer sein, durch so viel Seiten hindurch aufmerksam zu bleiben,« meinte Falkner ironisch.

»Ach ja, entsetzlich,« seufzte das Prinzeßchen. »Ich kann immer nur fünf Minuten in derselben Stimmung bleiben.«