»O, ich wette, ihr alle denkt auch daran, nur daß ihr's nicht sagt,« entgegnete die kleine Durchlaucht.
»Prinzeß haben einem vortrefflichen Gedanken Worte gegeben,« meinte Dolores, »und wenn die Herrschaften mir erlauben, mich für einige Minuten zurückziehen zu dürfen, so will ich den Waldgeistern unser allgemeines Bedürfnis nach Gefrornem vortragen!«
Damit verschwand sie und ging nach dem Falkenhof zurück, um dort dem Koch Befehle zu erteilen. Auf dem Rückwege blieb sie an der Laube stehen, in welcher das Rußsche Ehepaar saß – er lesend, sie strickend, als hätte nie ein Engels ihre idyllische Ruhe getrübt.
»Die Herrschaften von Monrepos sind im Park,« sagte sie einfach, »vielleicht macht es Ihnen Vergnügen, auch ein wenig unter die Eichen zu kommen.«
»Danke – ich bin nicht courfähig,« erwiderte Frau Ruß bitter.
»Es ist sehr freundlich von Ihnen, uns aufzufordern,« sagte der Doktor süß. »Vielleicht mache ich davon Gebrauch und komme nach!«
»Wie es Ihnen beliebt,« entgegnete Dolores und ging.
»Du wirst nicht gehen, Ruß,« rief die Doktorin heftig, als Dolores außer Gehörweite war.
»Doch, mein Engel – ich bin dazu entschlossen,« erwiderte er sehr sanft.
»Wie?« rief sie erregt und immer schneller strickend, »wie, du willst eine Gesellschaft aufsuchen, die mich ignoriert, mich, Alfreds Mutter? Bin ich in ihren Augen nicht hoffähig, so bist du's lange nicht.«