»Ich habe schon vielem entsagt im Leben,« erwiderte Dolores ohne Bitterkeit, aber schmerzlich. »Schwererem,« setzte sie leise hinzu. »Nomina sunt odiosa. Und mein Name ist Dolores – Schmerz! Doch was soll das hier bei Ihnen, Prinzeß –« –
»Was werden denn hier für Staatsgeheimnisse verhandelt?« –
Mit diesen Worten steckte Prinzeß Lolo ihr blondes Köpfchen zur Thür hinein und ließ ihr reizendes Persönchen im weißen, duftigen Sommerkleide alsbald folgen.
»Das ist ja langweilig hier zum Totschießen! Emil schreibt über seinen Brimborium, Papa okuliert, die Drusen schläft und der Kammerherr dito – nein, es ist um Schulden zu machen,« jammerte das fürstliche enfant terrible.
»Wo sind Herr Keppler und Baron Falkner?« fragte Prinzeß Alexandra.
»Die? die haben sich gezankt und sind zankend weggelaufen,« berichtete die kleine Durchlaucht.
»Gezankt?«
»Natürlich. Und das Objekt waren Sie, Fräulein von Falkner!«
»Ich?« Dolores erhob stolz das Haupt. »Welche Veranlassung könnte ich den Herren zum Streit geben?«
»O, Herr Keppler behauptete sehr erregt, Ihr Platz sei die Bühne. Er schwatzte kolossalen Kohl und die Schlagworte: Priesterin der Kunst, höchster dramatischer Ausdruck u. s. w. flogen wie Sprengstücke aus seinen schweren Geschützen einher –«