Und so geschah es denn genau eine Woche nach dem Einzuge des jungen Paares auf Monrepos, als beim ersten Frühstück an einem herrlichen Sommermorgen auf der Veranda die junge Frau ihre Theetasse hinsetzte, die kleinen rosigen Hände im Schoß faltete, sich zurücklehnte und – gähnte.
»Ei, noch müde, Lolo?« fragte Falkner lächelnd, denn es war nicht gerade mehr sehr früh am Morgen.
»Müde? Nein, langweilig,« gestand Frau Lolo offenherzig genug.
»O! O! Ich fühle mich sehr geschmeichelt,« meinte Falkner heiter.
Das aber nahm seine Frau übel.
»Dabei ist gar nichts zu lachen,« sagte sie pikiert. »Es ist langweilig, das wirst du auch nicht leugnen können. Man spricht sich halt am Ende aus.«
»Findest du, Lolo?«
»Ja, ganz entschieden! Ich bin jetzt mit den Arrangements fertig, was soll ich anfangen?«
»Wir wollen zusammen lesen, zusammen studieren,« schlug Falkner vor, der schon manche Lücke im Wissen seiner kleinen Frau entdeckt hatte. Sie aber streckte abwehrend beide Hände aus und machte die Augen vor Entsetzen weit auf.
»Um Gottes willen!« rief sie. »Lesen? Studieren? Ich danke bestens. Ich bin kaum der ewigen, unausstehlichen Schulstube entronnen, und soll jetzt wieder damit anfangen? Dazu habe ich doch nicht geheiratet?«