»Wir können Monrepos jetzt nicht verlassen,« erwiderte er beherrscht und sehr kühl.

»Aber ich sagte dir doch, wenn wir Gäste hätten, könnten wir meinetwegen ja bleiben,« entgegnete sie nachlässig.

»Wirklich?« fragte er, aber es klang mehr traurig als ironisch. »Dein Wunsch ist übrigens schon halb erfüllt, denn Keppler schrieb mir, er bedürfe noch ungefähr einer Woche zur Vollendung deines Porträts. Ich werde ihm also schreiben, daß er kommen mag!«

»Aber der langweilige Farbenkleckser!« rief die junge Frau enttäuscht. »Ein geborner Bauernjunge!« setzte sie vorwurfsvoll hinzu.

»Seine Bildung ist doch aber wohl für uns entscheidend, nicht wahr?« sagte Falkner. »Wenigstens mir imponiert ein wohlerzogener und gebildeter Bauernjunge mehr als eine ungezogene Prinzessin!«

Wenn er mit dieser Bemerkung eine ernste Rüge beabsichtigt hatte, so mußte er sich abermals schwer enttäuscht fühlen, denn Lolo lachte laut auf.

»Gott, er wird anzüglich!« jubelte sie, sprang auf und fiel ihm lachend um den Hals. »Jetzt wirst du vernünftig, alter Brummbär, hörst du?«

»Ich höre und – staune,« erwiderte er kühl.

Sie aber drückte ihm einen Kuß auf die Wange und setzte sich wieder.

»Der langen Debatte kurzer Sinn ist also der, daß ich meine, wir möchten endlich in der Nachbarschaft unsere Besuche machen,« sagte sie.