Auch in viel höher als 1000 m gelegenen Bergseen finden wir noch Turbellarien (Rhabdocölen sowohl als Dendrocölen), wie von Prof. Fr. Zschokke (Basel) neuerdings an einigen Seen des Rhätikons, jener gewaltigen Grenzkette zwischen Vorarlberg und Graubünden, nachgewiesen worden ist. Er fand da oben noch Microstoma lineare und eine Planarien-Spezies[107].

Diese Thatsache (und die Auffindung von Turbellarien in noch anderen alpinen Seen) unterstützt die Theorie von deren passiver Migration, sodass wir kein Bedenken tragen dürfen, uns die Verbreitung jener leicht verletzbaren Würmer in derselben Weise zu denken, wie dies von den kleinen Krebstieren längst bekannt ist, nämlich durch ihre widerstandsfähigen Eikörper und die gelegentliche Verschleppung von erwachsenen Exemplaren, welche am feuchten Gefieder eines wandernden Wasservogels vor Austrocknung geschützt blieben und so eine Luftreise nach einem andern Wasserbecken ohne Schaden für Leib und Leben zu überstehen vermochten.

Litteratur.

[91] Vergl. O. Zacharias, Zur Kenntnis der niedern Tierwelt des Riesengebirges nebst vergleichenden Ausblicken. Mit 6 Illustrationen. 1890.

[92] E. Sekera, Prispěvky ku známostem o turbellariéch sladnovodních. Prag 1888. Mit 4 Tafeln.

[93] L. v. Graff, Monographie der Turbellarien (I. Rhabdocoelida). 1882. Mit 20 Figurentafeln.

[94] Isao Ijima, Untersuchungen über den Bau und die Entwickelungsgeschichte der Süsswasser-Dendrocölen (Tricladen). Zeitschr. f. wiss. Zoologie, 40. Bd. 1884. Mit 4 Tafeln.

[95] Paul Hallez, Embryogénie des Dendrocoeles d’eau douce. Avec 5 planches. 1887.

[96] O. Zacharias, Über Fortpflanzung durch spontane Querteilung bei Süsswasserplanarien. Zeitschr. f. wiss. Zoologie, 43. Bd. 1885.

[97] W. Weltner, Dendrocoelum punctatum Pallas bei Berlin. Sitzungsber. d. Königl. preuss. Akademie d. Wissenschaften. 1887. Mit 1 Tafel.