W. H.

[49] Im Erdgeschoß des Rathhauses befindet sich die Wachtstube der Bürgerwache nebst einem Gefängniß für Neger und sonst aufgegriffenes Gesindel. Vor der Wache steht eine Kanone, aus welcher jeden Abend 8 Uhr ein Schuß geschieht, welches das Signal ist, daß von dieser Zeit an kein Neger ohne Erlaubnißschein sich auf der Straße blicken lassen darf, desgleichen kein Gepäck mehr durch die Straßen transportirt werden soll, um dadurch das Entwenden der Sachen mehr zu verhüten, und aufgegriffenen Dieben mehr die Ausrede zu benehmen.

[50] Die Fahrpreise von New-Orleans nach den nördlichen Staaten sind immer um die Hälfte theuerer, als es der Fall umgekehrt ist.

[51] Thalemann war die dritte Person, welche mit mir und Tanneberg zu gleicher Zeit die Reise nach Amerika beschlossen; durch meinen späten Abgang aber getrennt, nur mit Tanneberg vereint, ein Jahr früher als ich, den amerikanischen Boden betreten hatte.

[52] Die Stadt Weimar sandte eine Anzahl Verbrecher nach Amerika, die ihre Strafzeit abgebüßt hatten.

[53] Siehe den beigelegten Plan.

[54] Ein Lobspruch für unsere deutschen Brüder in Amerika! Die Deutschen, in ihrem Vaterlande an Ruhe und Sicherheit gewöhnt, werden nach und nach durch ihre Ueberzahl Zucht und Ordnung verbreiten, die in Amerika herzustellen von Nöthen zu seyn scheint.

[55] Die Polizei und die Sicherheitsanstalten in New-York müssen nach dieser Erzählung wirklich vortrefflich seyn. Das ist also amerikanische gepriesene Freiheit, wo Niemand seines Lebens und Eigenthums sicher ist.

W. H.

[56] Welches Schicksal dieses zweite Schreiben gehabt, liegt im Dunkel, da, wie ich erst kürzlich aus Amerika berichtet worden bin, dorthin keine Antwort darauf eingegangen ist, und das Kind noch immer nicht die heilige Taufe empfangen hat. Vielleicht trägt das hier Mitgetheilte dazu bei, die Sache dennoch an die rechte Schmiede zu bringen, so daß das Sprichwort in Erfüllung geht: „Was lange währt wird gut.“