Nau Eene.
(kort un goot.)
Hier ligg' ick as 'ne Koh;
Nu seh' uuse Herrgatt to,
Dat mi nin Düüwel wat doo.
Liedertafel-Toast eines Wilden.
(1. Juli 1843.)
Summ, Summ, Summ,
Brumm, Brumm, Brumm;
Der Eine laut, der Andre leise;
Kurz, Jeder trillert auf seine Weise. —
Schrillt doch im großen Liedersaal,
Der Rohrspatz neben der Nachtigall.
Cantores amant humores,
Cantores amant sorores,
Cantores bibunt gern Wein;
Das räumt mir wohl Jedermann ein.
Mein Lehrer war auch ein Sangverwandter,
Denn in unserm Dorfe war er Kanter;
Er sang ein herzbrechendes Tremulant,
Das war weit und breit im Lande bekannt.
Der pflegt' auch mitunter zu sagen: »Cantores
»Wenn die bei einander sein, amant humores;
»Das heiße: »Wenn Eener veel sungen hat,
»Dann maakt he vel quasi de Kehl' auck ens natt.
»Singt Philomele doch selbst gern an Plätzen,
»Wo sie jezuweilen den Schnabel kann netzen.
»Und inniger lauschen den kräftigen Tönen
»Des Männergesanges die lieblichen Schönen;
»Denn, füllt Philomele mit Seufzern die Brust,
»Stimmt Männergesang alle Herzen zur Lust. —
»Wie preis' ich doch meine treu herzliebe Käthe!
»Wenn die nicht alljezuweil anstimmen thäte
»Des ehren Herrn Pastors sein Leibstück mit mir:
»»Zwei Ort', o Mensch, hast du vor dir««
»Und prost'te nicht mit mir tener-adjuvanter,
»Längst wär' ich, Gott soll mich! im Dorf' nicht mehr Kanter.«
So unser Herr Kanter ... Der durstige Velten,
Er tremulirt längst schon in besseren Welten. —
Doch ihr Leute singet ja, bei meiner Seele!
Als säße ein Orpheus in jeglicher Kehle;
Und habt heute so manchen Vers schon gesungen,
und Alles ist Euch so herrlich gelungen,
Daß Ihr es, weiß Gott! wohl verdienet habt,
Daß Ihr auch mal tüchtig die Kehlen erlabt. —
So faßt denn recht herzhaft die schäumenden Becher
Und leeret sie tapfer, als fröhliche Zecher.
Es leben die Sänger und ihre Lieder!
Wir hören sie hoffentlich bald einmal wieder.