Man sieht ¼ Meile ONO. von der Hacienda auf dem Tuff grobes vulkanisches Geröll 3–4 Fuss mächtig lagern, darüber folgt 5 Fuss Dammerde. Das ist die Formation der Strandebene, zwischen der Hügelkette und der Laguna. Endlich sieht man auf der Westseite der Südspitze der Halbinsel Muschelbänke, und zwar 15 Fuss über das jetzige Niveau der Laguna gehoben. Von den Arten, welche alle den lebenden angehören, und von Dr. von Martens bestimmt wurden, ist neben Tapes virgineus L. Phil. Cerithium moniliferum Kien. sehr häufig. Am Strande der Insel Talim erhebt sich eine 20 Fuss hohe Tuffbank, auf dem Plateau wurden nur Tuffe gesehen. Am Strande liegen grosse vulkanische Blöcke gereihet. Diese Dolerite enthalten in dichter blaugrauer Grundmasse triklinen glasigen Feldspath, grünen Augit und Magneteisen. Das keineswegs frische Gestein führt zahlreiche grosse rundliche Hohlräume, welche theilweise mit Eisenoxydhydrat (aus ausgelaugtem Eisenkarbonat entstanden) erfüllt sind. Spuren von Schwefelkies, den auch G. Rose in den Gesteinen von Talim beobachtete, deuten auf Einwirkung von Schwefelwasserstoff hin und erklären den Absatz von Eisenverbindungen; von Hochstetter beobachtete auf der nur durch einen schmalen Canal von der Insel Talim getrennten Halbinsel von Binangonan säulenförmig zerklüftete Obsidianströme.
Der Dolerit, welcher ¼ Meile südlich von los Baños (Südufer der Laguna) als Geröll im Bach Malauin vorkommt, also weiter oben ansteht, enthält in feinkörniger, dunkelblaugrauer, mit feinen Parallelrissen durchzogener Grundmasse glasigen triklinen Feldspath, grünen Augit, einige dunkle z. Th. sechsseitige Glimmerblättchen, etwas Magneteisen und Olivin. Die Längsaxe der 3–4 Millimeter langen Feldspathe ist meist nach derselben Richtung orientirt. Der zugehörige, graugelbe, wenig feste, feinkörnige Tuff, welcher die Uferbank des Baches Malauin bildet, enthält neben erbsengrossen, rundlichen, grauen Bimsteinstücken sparsam rundum krystallisirte grüne Augite, zahlreiche Augittrümmer, triklinen Feldspath, Olivin, Glimmer und Magneteisen.
Die frischen Dolerite des Schlammvulkans Nataños, 2½ Leguas S. von Los Baños, sind von derselben Beschaffenheit wie die von dort erwähnten, nur etwas dunkler gefärbt, wohl eine Wirkung des etwas grösseren Gehaltes an Magneteisen. Wie die z. Th. vollständig gebleichten Gesteine bezeugen, wurde die Zersetzung durch Schwefelwasserstoff bewirkt. An manchen Stellen ist das Gestein in eine bröckliche, thonige, gelbgraue oder auch durch Eisenoxyd braun gefärbte Masse umgewandelt, in deren Hohlräumen und Klüften Opal sich findet. Auf dem Gestein hat das Wasser rindenförmigen Sinter abgesetzt, dessen Oberfläche wellig ist. Die blaugrauen Lagen des zunächst aus löslicher, wasserhaltiger Kieselsäure und geringen Mengen basisch schwefelsauren Eisenoxydes bestehenden Sinters wechsellagern mit eisenreicheren rothgelben Lagen. Die blaugraue Farbe rührt von feinem eingemengtem Gesteinsstaub her, wie man sich durch Behandlung mit Säure und Alkali überzeugt. Der Sinter ist demnach ähnlich zusammengesetzt wie der von Bickell untersuchte Kieseltuff von Island; eine weitere Bestätigung für die an beiden Orten ähnlich vor sich gehenden Prozesse. Das eben erwähnte gelbgraue zersetzte Gestein giebt an Wasser Gyps, das rothbraune Gestein an Salzsäure eine reichliche Menge Schwefelsäure ab, das Eisen ist also als basisch schwefelsaure Verbindung vorhanden.
Nördlich vom Schlammsee von Nataños bildet graublauer, etwas rissiger Dolerit die Ufer des Baches Malauin. Die Risse sind mit gelbbraunem, kurzfaserigem Bimstein ausgekleidet. In der feinkörnigen Grundmasse ist glasiger trikliner Feldspath, grüner Augit, etwas Olivin und Magneteisen ausgeschieden.
Den Rand des kleinen Kesselsees Dagatan bei los Baños bildet ein lockerer, grauer, grobkörniger Tuff, der neben kleinen Doleritstücken Feldspath und Augit führt. Grosse, lose, wahrscheinlich vom Berge Maquiling herabgerollte Doleritblöcke, zusammengesetzt wie die von Nataños, sind durch Schwefelwasserstoff gebleicht und enthalten Hyalith in den Klüften.
Von C. Semper am Maquiling gesammelte Handstücke zeigen, dass dort Schwefelwasserstofffumarolen und nach ihnen alkalische Bikarbonate enthaltende, Kieselsäure lösende und absetzende Quellen in grossem Maassstabe thätig sind. Dafür legen gebleichte, z. Th. mit Eisen durchzogene, und bis zu Bianchetto zersetzte Tuffe und Gesteine, Bildung von Gyps, z. Th. in schönen Krystallen, atlasglänzender faseriger Alunogen und Alaun, Absätze von Kieselsinter und weissem Opal sicheres Zeugniss ab.
Südlich von los Baños bei Calauan liegt ein Eruptionskrater, dessen Wände mehrere hundert Fuss hoch sind, (Llanura de Imuc) mit einer Kaffeepflanzung des Herrn Scott. Vom Südwestrand und vom Boden des Kraters liegen Rapilli vor: bis zollgrosse, unregelmässig begrenzte Bruchstücke schlackiger Doleritlava, welche triklinen Feldspath, Augit und Magneteisen erkennen lassen. Die zugehörigen, feinkörnigen, grauen Doleritlavaströme von der gewöhnlichen mineralogischen Beschaffenheit und ohne Glimmer bilden neben der Hacienda eine 100 Fuss hohe Felswand, in welcher neben compakteren rissigen auch poröse Laven vorkommen. Die zugehörigen, feinkörnigen, grauen, zwei Fuss mächtigen Tuffe mit Blattabdrücken von lebenden tropischen Pflanzen, deren Arten sich jedoch nicht sicher bestimmen lassen, liegen horizontal ausgebreitet in der Ebene von Calauan. Sie werden von 3 Fuss Dammerde bedeckt und ruhen auf einer über 5 Fuss mächtigen Thonschicht.
Der obere Rand des zur Hälfte von einem See eingenommenen, 100 Fuss tiefen Kraters Mar de Tigui (neben der Strasse von Calauan nach dem südlich gelegenen San Pablo) wird von Lapilli gebildet, die den oben beschriebenen gleichen. Das Plateau, in welchem der Krater aufgebrochen ist, besteht aus einem feinkörnigen, gelbbraunen Tuff, in dem einige stark verwitterte Gesteinsstücke zu erkennen sind.
Die Tuffe, welche den Krater Maïcap, eine Legua SO. von Calauan, und den Krater Palacpacan bilden, sind grobkörniger, enthalten zahlreiche Doleritstücke, z. Th. bimsteinartig aufgebläht und lassen einzelne glasige trikline Feldspathe und grüne Augite erkennen. Beide Krater enthalten Seen.
Weiter östlich am Wasserfall Butucan am Abhang des Vulkans Banajao bei dem Dorf Majayjay tritt zwischen zwei mächtige Tuffmassen eingeschaltet eine schwache Bank eines dem Piperno ähnlichen Gesteins auf. Unregelmässig begrenzte Streifen schwarzen Obsidians, dessen dünne Splitter gelbbraun durchsichtig sind, durchziehen ein feinkörniges, gelbgraues Gestein, in dem man einzelne Stückchen grauen feldspathhaltigen Gesteins, trikline Feldspathe, etwas dunklen Glimmer und grünen Augit erkennt. Man darf wohl annehmen, dass dieses Gestein durch Eindringen einer feurigflüssigen Masse in die Tuffe entstand.