„Also? — — Sie zögern? Ist etwas geschehen? Betrifft es mich? Dann wissen Sie wohl auch Bescheid, was Frau Dietz plagt?“

„Ja, Herr Direktor.“

Und nun kam langsam, schwer und gewuchtig die letzte Frage:

„Hängt es — — mit meiner Reise zusammen?“

„Ja.“

Sörensen stand auf. „Also Klatscherei“, sagte er ruhig, „dagegen kann ich mich nicht schützen.“ Er sah dem jungen Kollegen in das verdüsterte Gesicht. Dann nahm er dessen beide Hände in raschem Entschluß. „Sie sagten, Sie wollen heute abend noch zu Fräulein Doktor gehen? Sagen sie ihr, — ich — ich hätte vor wenig Tagen meine Frau begraben.... ja. Ihr beide sollt’s wissen.....“

Er stellte sich ans Fenster mit dem Rücken nach dem Zimmer gewendet und schaute in den schweigenden, alten Garten hinaus. Klaus Hansohm trat zu ihm. „Ich — danke Ihnen Herr Direktor.“

Die Dämmerung kam. Dann verließ Klaus Hansohm still und ehrfürchtig das Zimmer und schritt die alte Treppe hinunter und quer über den alten Marktplatz. Er trug das schwere Geständnis des verehrten Mannes in die Stube von Fräulein Doktor Stavenhagen, und dort wurde es gleich in ein treues Frauenherz aufgenommen.

Dann sagte Hansohm traurig. „Aber Sörensen ehrt uns beide nur allein. Es soll Geheimnis bleiben, und deshalb werden die Lästerzungen sich weiter spalten und wir dürfen sie nicht herausreißen...“

Fräulein Doktor nickte schwer. „So oder so“, sagte sie. „Birkholz ist noch nicht reif für einen Erne Sörensen. Wir wollen seine Gründe ehren.“ — — —