„Damit werden Sie mich nicht los“, rief Hansohm eindringlich, und er warf sich längelang unter einen Wacholderbusch. Denn so hatten sie’s verabredet. Wo irgend ein besonders schönes Fleckchen entdeckt wurde, da hatte jeder einzelne sofort das Recht, „Halt“ zu gebieten.

Sörensen folgte also seinem Beispiel, aber schweigend.

„Als neulich Oberlehrer Kahl so plötzlich auf Urlaub ging,“ sagte Hansohm erregt, „und wir begründete Hoffnung hegten, daß er Birkholz nicht wiedersieht, da hofften wir auch, Sie würden mit uns allen aufleben, — — Herrgott, lieber Herr Direktor, sagen Sie mir, was man tun kann, damit Sie wieder der Alte sind. Daß man Ihnen fortgesetzt abrät, nicht so wahnsinnig zu arbeiten, nützt ja nichts....“

„Sie meinen’s gut, Klaus Hansohm. Zugegeben, daß ich etwas überarbeitet bin.... Aber es gibt ja Zeiten, wo man die Arbeit als einzige Helferin hat. Und mir kommt es vor, als sollte das bei mir ein Dauerzustand werden. Hand aufs Herz, Hansohm, glauben Sie überhaupt, daß ich je in Birkholz festen Fuß fassen werde?“

„Sie denken doch nicht daran, sich fortzumelden, Herr Direktor?“ fragte Hansohm erschrocken. „Es wurde mir schon von vielen Seiten erzählt, aber ich habe immer dagegen gestritten.“

„Hat man’s Ihnen erzählt?“ Sörensen nickte nachdenklich. „Sehen Sie, Hansohm, bei allen diesen Erzählern war der Wunsch der Vater des Gedankens. Ich fühl’s ja tagtäglich, wie die Wühlerei im Gange ist.“

„Die paar elenden Maulwürfe“, warf Hansohm verächtlich ein.

„Sie sind sehr fruchtbar“, sagt Sörensen ernst. „Sie vermehren sich unheimlich. Und meine Sorge geht dahin, daß sie mein Wirken an der Schule ernstlich gefährden.“

Hansohm richtete sich rasch auf und sah seinen Direktor freimütig an. „Die Kinder haben Sie lieb“, sagte er warm. „Und zwar die Kleinen wie die Großen ganz ohne Unterschied. Ist das nicht Glücks genug?“