»Sie trennt sich leicht von dem Kind???«
Edlef Holgers zuckte die Achseln. »Das liegt in ihrer Natur.«
Die Tür wurde aufgestoßen. »Hohlebbe«, schrie Ohm Rickert in die Kammer. »Und die Flut fällt nicht mehr, sie steht. Mich dünkt aber, sie kriecht schon wieder heran …«
»Da sei Gott vor.«
Edlef und Maren liefen zugleich vor die Tür. Ja, da sahen sie es im Scheine des Mondlichtes und der Hauslaterne. Das schon über die Stufen herabgesunkene Wasser stieg. Da schauten sich die beiden Gatten wieder in die Augen. »Gott bewahr’ uns vor einer ›Manndränke‹«, sagte Ohm Rickert hinter ihnen.
Nun streckte Maren ihre zitternde Hand aus, und Edlef Holgers legte für eines Augenblickes Dauer die seine hinein. Dann wandten sich beide rasch ins Haus.
»Alles, was draußen zu tun ist, hab’ ich besorgt«, rief Edlef Ohm Rickert zu. »Die ›Fethinge‹ sind mit Sandsäcken verwahrt, ich hoffe nicht, daß die Flut unser Süßwasser verdirbt. Die zwei Boote haben Jochen und ich verankert. Aber nun alle Mann heran, damit wir das Vieh auf den Stallboden bekommen.«
»Doch wohl zuerst die Kinder auf den Hausboden«, weinte Mutter Holgers.
»Wir sind fünf Frauenleut«, sagte Maren. »Drei von uns wollen das rasch tun.«
»Wer will den Mannsen beim Vieh helfen?«