So ging es nun Tag um Tag.
Jeden Morgen, nachdem Vadder Luersen geatzt worden, ging er rasch und unentwegt dem Mutterhof zu. Dort nahm ihn Maren in Empfang, gab ihm das Wiegenband, und er schaukelte das Kleine, ja er blickte wohl auch manchmal längere Zeit auf das Geschöpfchen nieder und wehrte ihm die Fliegen ab. Niemals mehr nahm er das Lütte eigenhändig aus der Wiege, aber er ließ auch außer Maren niemand an das Bettchen heran.
So hatte der kranke Großvater sein Enkelkind gefunden und wachte den ganzen Tag wie ein treuer Hund bei ihm in rührender Bedürfnislosigkeit.
Von einer Anstalt wurde nicht mehr gesprochen. Maren betreute Vadder Luersen tagsüber, und abends nahm ihn Manne Wögens in seine und des Schulhauses Obhut.
Aufzeichnungen des Halligschulmeisters Manne Wögens.
»Es sollen nicht aufhören Sommer und Winter, Frost und Hitze, Tag und Nacht«.
Dies wäre es, was ich über mein Leben zu sagen hätte.
Die harte Arbeit und ihren Schweiß, aber auch das Beglückende, das sie mir gibt, will ich dankbar danebensetzen.
Wieder kamen Frühling und Sommer, es kamen Eintagsfliegen von Föhr herüber, und es kam ein berühmter Maler, welcher der Hallig Freund werden will und mit dem warmen Künstlerherzen unsere Insel und ihre herbe Schönheit auf die Leinwand bannt. Wieder haben wir die Fennen eingeteilt, und es meldet das Mehdebuch in diesem Jahr: