»Es ist nicht nur büschen Hochzeit, – es ist auch Heiligweihnacht«, meinte Klein-Karen ernsthaft. Und die Kinder fanden, daß es nur nach Wachslichtchen, nach Tannenbaum und Klaben dufte.

Die Ahne sah mit ihren hellen, scharfen Augen schief nach Ohm Rickert hin und bemerkte anzüglich, daß es wohl nach alten, vertrockneten Junggesellen röche, und die sollten sich »man bei klein’« aus dem Staube machen und sich hinterm Deich auslüften, da, wo der Sturm am ärgsten bliese.

Darauf Ohm Rickert wieder gemütlich krähend: »Weet de Düwel, ick bün gor ni vertrocknet. Ik schese noch den irsten Danz mit de Brud. Ne feine Polka. Un sing dortau:

Bonnestabe, Bonnestabe

Blüht auf Junggesellengrabe,

Aber wo Jungfräulein ruht,

Blüht ’ne Rose, rot wie Blut.«

»Ja, deine Choräle kennt man schon«, brummte die Ahne, und dann jagte sie Onnen und Karen hinaus, sie sollten einen Schneemann bauen, anstatt immer »vor den Füßen zu laufen«.

Es war »hilde Zeit«. Weihnachten und Hochzeit. Man hatte alle Hände voll zu tun und alle Köpfe voll Wichtigkeiten. – Und mit Edlef war nicht mehr zu »rechnen«. Dem schlug die Liebe über Kopf und Kragen. Die Ahne seufzte tief auf. Aber dann verklärte sich ihr Gesicht wie von einem innern Leuchten. Es war ja wohl gut, daß einmal die »Liebe« wieder über die Schwelle des Mutterhofes schritt. »Rechtschaffenheit und ehrbar Wesen« freilich, die hatten immer Hüsung gehabt in dem stattlichen Bau. Aber Liebe? Die paßte nach Meinung der Ahne besser in die Stadt, wo die Leute »nichts anderes zu tun haben«. Sie selbst, Gesine, geb. Christiansen, hatte eine Vernunftehe mit dem raschen, arbeitswütigen, jähzornigen Holgers geschlossen, der ihr eigenes, durch Krankheit der Eltern heruntergekommenes Gewese sachgemäß bewirtschaftete und mit dem Mutterhof vereinigte. Damals war noch nicht allgemeiner Wohlstand auf der Hallig, damals war der Halligspruch bittere Wahrheit, der über manch einer Tür stand:

»Nadel und Schere sind es nicht,