»Wohlan,« rief Gothelindis grimmig, sich zur Thüre wendend, »also Kampf zwischen uns, komm, Petros.«

»Gemach, ihr Freunde,« sprach der Byzantiner.

»Vielleicht ändert Cethegus seinen Sinn, wenn er dies Blatt gelesen.«

Und er reichte dem Präfekten jenen Brief, den Alexandros von Amalaswintha an Justinian überbracht.

Cethegus las: seine Züge verfinsterten sich.

»Nun,« meinte Petros höhnisch, »willst du noch die Königin stützen, die dich dem Untergang geweiht? Wo warst du, wenn sie ihren Plan durchführte und deine Freunde nicht für dich wachten.«

Cethegus hörte ihn kaum. »Armseliger,« dachte er, »als ob es das wäre! Als ob die Regentin daran nicht ganz recht hätte. Als ob ich ihr das verargen könnte! Aber die Unvorsichtige hat bereits gethan, was ich von Theodahad erst fürchtete: sie hat sich selbst vernichtet und all’ meine Pläne bedroht: sie hat die Byzantiner schon ins Land gerufen und sie werden jetzt kommen, ob sie noch will oder nicht. Solange Amalaswintha Königin, wird Justinian ihren Beschützer spielen.« Und nun wandte er sich scheinbar in großer Bestürzung an den Gesandten, den Brief zurückgebend: »Und wenn sie ihren Entschluß durchführte, wenn sie auf dem Thron bliebe – bis wann können eure Heere landen?«

»Belisar ist schon auf dem Wege nach Sicilien,« sagte Petros, stolz darauf, den Hochmütigen eingeschüchtert zu haben, »in einer Woche kann er vor Rom liegen.«

»Unerhört,« rief Cethegus in unverstellter Bewegung.

»Du siehst,« sprach Gothelindis, welcher Petros inzwischen den Brief gereicht, »die du halten wolltest, will dich verderben. Komm ihr zuvor.«