»Mich entdeckte in Rom der alte Hildebrand, ein Waffenfreund meines Großvaters und Vaters: – er entriß mich, mit des Königs Beistand, den Priestern und ließ mich mit seinen eigenen Enkeln in Regium erziehen.«
»Und dein Gut, dein Erbe?«
»Verfiel der Kirche, die es, halb geschenkt, an Theodahad überließ: er war meines Vaters Nachbar, er ist jetzt mein König!«
»Mein armer Freund! Aber wie erging es dir später? [pg 327]Man weiß nur dunkles Gerede – du warst einmal in Griechenland gefangen ... –«
Teja stand auf. »Davon laß mich schweigen; vielleicht ein andermal.
Ich war Thor genug, auch einmal an Glück zu glauben und an eines liebenden Gottes Güte. Ich hab’ es schwer gebüßt. Ich will’s nie wieder thun. Leb wohl, Witichis, und schilt nicht auf Teja, wenn er nicht ist wie andre.«
Er drückte ihm die Hand und war rasch im dunkeln Laubgang verschwunden.
Witichis sah lange schweigend vor sich hin. Dann blickte er gen Himmel, in den hellen Sternen eine Widerlegung der finstern Gedanken zu finden, die des Freundes Worte in ihm geweckt. Er sehnte sich nach ihrem Licht voll Frieden und Klarheit. Aber während des Gesprächs war Nebelgewölk rasch aus den Lagunen aufgestiegen und hatte den Himmel überzogen: es war finster ringsum.
Mit einem Seufzer stand Witichis auf und suchte in ernstem Sinnen sein einsames Lager.