Eine erwartungsvolle Pause trat ein.
»Wer wagt es,« fragte Witichis ruhig, »hier den Herrn und Meister zu spielen im Königshaus der Goten?«
Von seiner Überraschung sich erholend entgegnete Petros: »Es steht dir übel an, Graf Witichis, Mörder zu beschützen. Ich hab’ ihn nach Byzanz geladen vor Gericht.«
»Und darauf hast du keine Antwort, Amalunge?« rief der alte Hildebrand zornig.
Aber das böse Gewissen band dem Könige die Stimme.
»So müssen wir statt seiner sprechen,« sagte Witichis. »Wisse, Grieche, vernehmt es wohl, ihr falschen und undankbaren Ravennaten: das Volk der Goten ist frei und erkennt auf Erden keinen Herrn und Richter über sich.«
»Auch nicht für Mord und Blutschuld?«
»Wenn schwere Thaten unter uns geschehn, richten und strafen wir sie selbst. Den Fremdling geht das nichts an, am wenigsten unsern Feind, den Kaiser in Byzanz.«
»Mein Kaiser wird diese Frau rächen, die er nicht retten konnte. Liefert die Mörder aus nach Byzanz.«
»Wir liefern keinen Gotenknecht nach Byzanz, geschweige unsern König,« sprach Witichis.