Er reichte es Witichis zur Prüfung: »Ist es so? Gut. [pg 168]Das wirst du unterschreiben, Fürstin. – So, wir sind fertig. Jetzt sprich du, Hildebad, mit jenem Römer.«
Doch vor ihn trat Teja, die Rechte am Schwert, zitternd vor Haß: »Präfekt von Rom,« sagte er, »Blut ist geflossen, edles, teures, gotisches Blut. Es weiht ihn ein, den grimmen Kampf, der bald entbrennen wird. Blut, das du büßen« – der Zorn erstickte seine Stimme.
»Pah,« rief, ihn zurückschiebend, Hildebad, – denn er war der baumlange Gote – »macht nicht soviel Aufhebens davon! Mein goldner Bruder kann leicht etwas missen von überflüssigem Blut. Und der andre hat mehr verloren als er missen kann. Da, du schwarzer Teufel,« rief er Cethegus zu und hielt ihm ein breites Schwert dicht vor die Augen, »kennst du das?«
»Des Pomponius Schwert!« rief dieser erbleichend und einen Schritt zurückweichend. Amalaswintha und Cassiodor fragten erschrocken: »Pomponius?«
»Aha,« lachte Hildebad, »nicht wahr, das ist schlimm? Ja, aus der Wasserfahrt kann nichts werden.«
»Wo ist Pomponius, mein Nauarch?« rief Amalaswintha heftig.
»Bei den Haifischen, Frau Königin, in tiefer See.«
»Ha, Tod und Vernichtung!« rief Cethegus, jetzt fortgerissen vor Zorn, »wie geht das zu?«
»Lustig genug. Sieh, mein Bruder Totila – du kennst ihn ja, nicht wahr? – lag im Hafen von Ancona mit zwei kleinen Schiffen. Dein Freund Pomponius, der machte ihm seit einigen Tagen ein so übermütiges Gesicht und ließ so dicke Worte fallen, daß es selbst meinem arglosen Blonden auffiel. Plötzlich ist er eines Morgens mit seinen drei Trieren aus dem Hafen entwischt. Totila schöpft Verdacht, setzt alle Leinwand auf, fliegt ihm nach, holt ihn ein auf der Höhe von Pisaurum, stellt ihn, geht [pg 169]zu ihm an Bord mit mir und ein paar andern und fragt ihn, wohinaus?«
»Er hatte kein Recht dazu, Pomponius wird ihm keine Antwort gegeben haben.«