Aber sie kannten die Stadt und ihre Straßen und ich nicht. So war es ein ungleich Spiel. Die Verfolger teilten sich in Scharen von drei, vier Mann und gewannen mir durch Seitengassen und Durchgänge den Weg ab.

Zum Glück hatte ich im Vorbeirennen an einer Schmiede einen schweren Feuerhaken errafft: zwei, dreimal braucht’ ich ihn, die Verfolger zu scheuchen, zu treffen, die mir plötzlich von vorn entgegenkamen. Ich fühlte aber, lange konnte das nicht mehr dauern: wie rasch ich war, wie langsam sie, zuletzt mußte ich doch erliegen.

Da sandte mir der Gott, den ich fest mit der Linken an die Brust drückte, Ihn,« – und sein schönes Auge funkelte, – »meinen Herrn, den gewaltigen, der mächtig ist wie der Löwe von Abaritana und klug wie der Elefant, der da gut ist wie milder Regen nach langer Dürre und herrlich wie –«

»Jetzt erzählst du schlecht, Syphax, ich will vollenden. Ich kam gerade von den Schanzwerken am aurelischen Thor, dem Grabmal Hadrians.«

»Deinem schönen, göttergeschmückten Lieblingsort,« unterbrach Kallistratos.

»Und bog am Fuße des Kapitols in das Forum Trajans: da stand eine gaffende, schreiende Menge und sah der Menschenjagd neugierig zu: wie ein Pfeil schoß der Maure von dem Forum des Nerva heran, seine Verfolger weit hinter ihm. Aber siehe, dicht neben mir bogen von links fünf, von rechts sieben der Sklaven des Calpurnius auf das Forum ein, bereit, ihn aufzufangen, sowie er auf dem Platz ankam. »Der ist verloren!« sagte neben mir eine bekannte Stimme, es war Massurius, der aus dem Bade des Augustus trat.

»Wem gehört er?« fragte ich. »Calpurnius ist unser Herr,« antwortete der Sklave neben mir. »Dann wehe ihm,« sprach Massurius zu mir: »er hängt seine Strafsklaven bis an den Hals gebunden in seinen Fischweiher und läßt sie lebendig auffressen von seinen Muränen und Hechten.« – »Ja,« sagte der Sklave, »Syphax hat ihn niedergeschlagen, und der Herr rief im Aufstehen: »zu den Muränen den Hund! wer ihn einbringt, ist frei.«

Ich blickte den Platz hinab auf den Mauren, der jetzt gleich heran war. »Der ist zu gut für die Fische,« sagte ich, »welch’ herrlicher Wuchs! Und sieh, er kömmt durch, ich wette.«

Denn eben hatte der Flüchtling die erste Kette der Sklaven, die sich ihm an der Mündung der Via julia entgegenwarf, durchbrochen und flog jetzt auf uns zu.«

»Und ich wette tausend Solidi, er kömmt nicht durch: sieh’, dort die Lanzen,« sprach Massurius. – »Gerade vor uns standen fünf Sklaven mit Lanzen und Wurfspeeren. »Es gilt!« rief ich, tausend Solidi.