In ew'ger Gegenwart steht alles Leben. – –


Vorbemerkung.

Die Gedichte, welche Gedanken und Namenbeides – nachfolgender Erzählung tragen, sind bereits 1868 entstanden, 1873 in der ersten Auflage der zweiten Sammlung meiner Gedichte (Stuttgart, J. G. Cotta) zuerst, zuletzt in der dritten Auflage dieser Sammlung (1883, Leipzig, Breitkopf und Härtel) veröffentlicht worden.


Erstes Buch.

I.

Gar wunderhold, wie sonst kaum irgendwo auf deutscher Erde, zieht der Frühling ein zu Würzburg an dem Main.

Frühzeitiger als anderwärts kehrt er zu: im Hornung schon flötet die Amsel ihr melodisch Lied hoch vom Ulmenwipfel, wann die Sonne zu Rüste geht über dem Guttenberger Wald, Thal und Rebgelände tauchend in eitel Gold und Segen. Frühe sprießen an sonniger Halde die Veilchen hervor und wie leuchten, wie duften sie in den Weingärten der sanften Hügel, die wilden, gelben Tulpen! Dankbar gedenkt, wer je sein genoß, des Würzburger Lenzes. –