Die rätselhaften »Kanäle« seien nichts anderes, als Sprünge in dem Eismantel, der den Mars umhülle. Die Sonne taue den Eispanzer zeitweise auf, und so entstünden jene großen Sprünge, die wir von unserer Erde aus im Fernrohre erkennen könnten und die wir als »Kanäle« deuteten!
Eigenartig ist es, daß Lowell, – ein amerikanischer Astronom, – die Neubildung von »Marskanälen« auf photographischem Wege und zugleich auch mit dem Fernrohre im letzten Marsfrühlinge, – also nach der großen Schneeschmelze am Südpole, – feststellen konnte!
Dies würde darauf hindeuten, daß die »Marskanäle« tatsächlich Gebilde der Marsoberfläche und als solche Erzeugnisse der Marsbewohner sind. Wird diese Beobachtung Lowells später noch von anderer Seite bestätigt, dann besteht gar kein Zweifel, daß der Mars mit intelligenten Wesen bevölkert ist. Diese können uns Menschen durchaus ähnlich sehen, denn der Planet zeigt fast die gleichen Bedingungen für das Dasein von Lebewesen, wie unsere Erde.
Die rätselhaften Linien, die wir »Kanäle« nennen, wären dann Wasserstraßen, welche die Marsbewohner mit Absicht, – allerdings im Laufe langer Zeiten, – angelegt hätten!
Man nahm sogar an, daß die Marsbewohner uns Feuerzeichen geben, und dachte allen Ernstes daran, solche Zeichen zu erwidern!
Der berühmte Physiker Tesla erklärte, daß er die Wasserkräfte des Niagarafalles in Nordamerika ausnützen und mit deren Hilfe Lichtsignale (Blitze) nach dem Mars hinaufschleudern wolle. Diese würden so stark sein, daß die Marsbewohner sie, – als ihnen von uns zugesandt, – erkennen müßten.
Man hat sogar schon über ein Alphabet nachgedacht, das man, – im Teslaschen Funkenspruche mit den Marsbewohnern, – in Anwendung bringen könnte. Vielleicht ist der Tag nicht mehr fern, der uns den Schleier auch vom »Marsgeheimnis« hinwegzieht und der Menschheit die langersehnte Kunde bringt, daß jenes Gestirn bewohnt ist. Vielleicht gelingt es der von Tag zu Tag sich verfeinernden Technik doch noch, den Traum unserer Generation zu verwirklichen, daß wir mit den Wesen anderer Himmelskörper in einen Gedankenaustausch treten!
Eine im Pyrenäenbade Pau in Frankreich verstorbene Dame hat einhunderttausend Franken in ihrem Testamente demjenigen vermacht, der die erste Verständigung mit den Bewohnern eines anderen Himmelskörpers herbeiführt. Der kommenden Generation wird es vorbehalten sein, die »Marsfrage« noch besser zu beantworten, als wir es heute vermögen!
Tafel 9.
Süden.