„Tja, ja, ein mörderisches Wetter! Wenn man in Belgrad umhergeht und die schönen Menschen sieht, meint man, es müsse, weiß Gott, wie, gesund sein, hier zu leben. Alle sehen aus, als sollten sie dereinst ihr Brot mit einem Zahn kauen. Aber, aber: sie sind wie die Pappeln, diese Belgrader — der Stamm ist groß, das Holz ist morsch. Das lebt wie die Made im Speck und denkt nicht an die Zukunft ... Noch ein Gläschen, Herr Roda? ... Zur Gesundheit!“

Ich stoße fröhlich an. So leicht habe ich mir die Sache nicht gedacht. — Ich habe ein verbindliches Lächeln auf den Lippen, stelle das Gläschen hin und greife in die Tasche. Jetzt muß ja bald mein Prospekt heraus.

„So sind die Leute; Sie haben wahr gesprochen, Herr Bojanitsch,“ knüpfe ich an. „In den Tag hinein leben sie und denken nicht daran: Was wird aus meinen Lieben, wenn ich einmal nicht mehr bin?“

„Bravo, junger Mann! Ich wollt, ich hätte eine Tochter. Ihnen würde ich sie anvertrauen.“

„Ich erkenne den guten Willen an. — Wenn man sieht, wie so mancher in Saus und Braus lebt ...“

„Nicht wahr? Und alles verbraucht, so daß Weib und Kinder dereinst darben müssen, weil ihnen das Familienoberhaupt nichts zurückgelassen hat? ... Herr,“ ruft Bojanitsch, „wenn ich was zu befehlen hätte, müßte jedermann ...“

„Ein Viertel seines Einkommens in einer Lebensversicherungspolizze anlegen.“

„Was sagen Sie, ein Viertel? Ein Drittel wenigstens, ein volles Drittel.“

Jetzt heraus mit dem Prospekt! Aber wo hab ich ihn, zum Kuckuck?

Auf einmal fängt Bojanitsch herzlich an: