Der Bankier Tulpenthal beauftragt seinen Buchhalter, dem Herrn Baron von X., welcher trotz wiederholter Versprechungen seine alten Schulden nicht begleicht, einen recht groben Brief zu schreiben, ohne jedoch direkt verletzend, d. h. „ä bißchen durch die Blume grob“ zu sein. Der Buchhalter tut dies. Der Herr Chef ist aber mit der Leistung sehr unzufrieden; er vernichtet den Brief und schreibt selbst folgendermaßen: „Geehrter Herr Baron! Wer hat wollen seine Schuld ausgleichen spätestens am 1. Januar d. J.? — Sie, Herr Baron! Wer hat es aber nicht getan? — Sie, Herr Baron!! Wer hat darauf versprochen, am 1. März zu bezahlen? — Sie, Herr Baron!!! Wer hat aber nicht bezahlt am 1. März? — Sie, Herr Baron!!!! Wer hat also sein Wort zweimal gebrochen? — Sie, Herr Baron!!!!! Wer ist demnach ein ganz gemeiner Lump?
Ihr ergebener Tulpenthal.“
Verschnappt
Chef (der bemerkt, daß ein Lehrling einen Bleistift im Munde hält): „Ich verbitte mir diese ekelhafte Unsitte! Wer soll denn solchen Bleistift hernach wieder in den Mund nehmen?“
Fatales Versprechen oder die Erinnerung an das Erlernte
Der Handlungskommis Fitzer war zwar in seiner Branche „Bandwaren“ ein ganz brauchbarer junger Kaufmann, allein seine, allerdings auch talentierte Neigung fürs Theatralische war gewaltiger als jene für die Bandwaren; kurz, er widmete sich dem Theater und hätte gelegentlich seines Auftretens einmal zu sagen gehabt: „All mein Glück war wandelbar!“ Statt dessen rief er pathetisch aus: „All mein Glück war Bandelwar!“