Leben, und leben lassen
Zwei Geschäftsreisende haben eine kleine Bierreise gemacht und kommen bezecht in ihr Hotel zurück. Im Dusel öffnen sie statt der Tür zu ihrem Schlafzimmer die Tür zum Nebenzimmer, wo eine Dame logiert. Erschreckt springt diese aus dem Bett und ruft, da sie die beiden für Raubmörder hält: „Ach Gott, lassen Sie mich doch leben!“ — „Karle,“ sagt darauf der eine, „warum sollen wir sie nicht leben lassen?“ — Beide: Sie lebe hoch! Sie lebe hoch! Dreimal hoch!
In einem Hotel, wo ein Reisender wohnt, steigt neben sein Zimmer ein junges Ehepaar, welches sich auf der Hochzeitsreise befindet, ab. Der Reisende wird fortwährend aus seinem Schlafe gestört, weil die junge Frau immer zu ihrem Manne sagt: „Ach, Felix, du bist so süß. Dich soll man vergolden!“ Endlich wird dem Reisenden die Sache zu dumm, er klopft heftig an die Tür, das Ehepaar erschrickt und fragt: „Wer ist's?“ Drauf sagt der Reisende: „Der Vergolder, damit amal a Ruh' is!“
Ein „Messeresser“
... bildet oft das stille Vergnügen seiner Tischnachbarn. Von einem solchen Original, und zwar einem solchen aus Wildwest, wird folgende Leistung erzählt. Seine Geschäfte führten ihn wieder einmal unter die Menschen, und er stieg in einem Gasthofe ab. Als er zum Essen ging, sprach er tapfer zu, aber er aß sein ganzes Mahl mit dem Messer und merkte erst zum Schluß der Tafel, daß er keine Gabel hatte. So sagte er denn zu seinem Geschäftsfreunde: „Denken Sie sich, der Kellner hat mir gar keine Gabel gegeben.“ „Das schadet ja auch nichts,“ erwiderte der Freund, „Sie brauchen sie ja doch nicht.“ „Die brauch' ich nicht?“ kam es von den Lippen des Mannes aus Wildwest. „Womit soll ich denn sonst zum Teufel den Kopf kratzen?“
Wenn's geht
Ein Engländer hat in einem kleinen Ort in der Nähe des Rheins ein paar Tage gewohnt und läßt sich bei seiner Abreise die Rechnung bringen. Hier findet er alles der Ordnung gemäß. Als letzter Posten war aufgeführt: „Wenn's geht ... 3,50 M.“ Erstaunt fragte er den Gasthalter: „Uas ist das: „Wenn's geht“?“ „No,“ sagt der Gasthalter, „wenn's net geht, do streiche mer's widder dorch!“