Auf Reisen

„Wirklich, Schatz — wir steigen im Hotel Greif ab? Das ist gescheit. In dem Hotel hab ich mich auch voriges Jahr einmal verlobt.“

Ein sehr nervöser Hotelgast wendet sich an den Portier des Hotels mit der Bitte, dieser möge doch die Bewohner der angrenzenden Zimmer um möglichste Ruhe beim Schlafengehen ersuchen, da ihn das geringste Geräusch foltere. — Einer seiner Zimmernachbarn kommt nachts nach Hause, denkt nicht an den nervösen Herrn, und während er sich auskleidet, wirft er geräuschvoll seinen einen Stiefel in die Ecke. Da fällt ihm das Ersuchen des Portiers ein, und er beendet das Auskleiden möglichst geräuschlos. Nach drei Stunden weckt ihn sein nervöser Nachbar aus dem Schlaf: „Ja, um Gottes willen, Mensch, wann werden Sie endlich den anderen Stiefel in die Ecke werfen, ich warte schon drei Stunden darauf?“

Diensteifrig

Ein Kellner steht, rückwärts sich kratzend, bei einem Gast, der soeben eine Auswahl unter den Speisen trifft; der Gast beobachtet den Kellner und fragt ihn: „Haben Sie Hämorrhoiden?“ „Werde gleich in der Küche nachfragen!“ antwortet derselbe und eilt geschäftig weg.

Die geheime Zeichensprache der Geschäftsreisenden

Auch die Geschäftsreisenden — dieses Faktum dürfte manchem noch unbekannt sein! — haben eine Art der geheimen Verständigung durch Zeichen, die, ähnlich der Zeichensprache der „Stromer von der Landstraße“, den einzelnen quartiersuchenden Individuen eine klare und präzise Auskunft über die Güte und charakteristische Besonderheit des gekennzeichneten Hotels gibt. Die Hieroglyphen werden meistens unterhalb der Nachtklingel des Gasthauses mit Bleistift auf den Mauerkalk gekratzt.