Endlich e' bissche Literatur!“

Der Dichter

Isidor Rapunzeles ist verlobt und der Geburtstag seiner Braut steht bevor. Um einen guten Eindruck zu machen, beschließt er, ihr ein Gedicht zu verehren; aber leider ist er besser auf dem Kontorbock als auf dem Pegasus zuhause. Er geht also zu einem Gelegenheitsdichter und bestellt ein Geburtstagsgedicht. Schließlich fragt er: „Herr Dichterleben, was wird kosten das Gedicht?“ — „Zwanzig Mark!“ — „Gott der Gerechte, is das teuer! — Na, weil's is for de Rebekka — hier sind zwanzig Mark! Aber hören Se, Herr Dichterleben, machen Se's recht schön, 's is das erste Mal, daß ich dichte!“

Der Kaufmannssohn

Der Lehrer hat in der Religionsstunde erzählt, wie Moses auf dem Berge Sinai gewesen und nachdem er dort die zehn Gesetztafeln erhalten, aus Zorn über den „Tanz der Juden um das goldene Kalb“ die Tafeln mit den zehn Geboten zerschmetterte.

„Wie kam es nun,“ fragt er den Sohn des Großkaufmanns Meyerstein, „daß die zehn Gebote trotzdem auf uns überkommen sind?“

Der kleine Meyerstein steht auf und erwidert:

„Nu, der liebe Gott wird doch e Kopierbuch gehabt haben!“