Ajaxerle.
Oh, ich habs schon ghört, Sie sind ein Tiger, mir hats mein
Vetter gschrieben, der arme Fischerkarl, daß Sie so unbarmherzig
mit ihm umgehen, und darum bin ich herabgereist.
Wurzel.
Auf der Schneckenpost?
Ajaxerle.
Und will für ihn um das Mädle anhalte. Sie haben ihm vor drei
Jahren Ihr Ehrenwort gegeben, und das müssen Sie halten.
Wurzel. Was sind das für Keckheiten? Ich werd unsinnig. Erstlich untersteht Er sich, dem Taugenichts sein miserablicher Vetter zu sein, und zweitens wagt Ers und halt um meine Tochter an, für den liederlichen Fischer?
Ajaxerle. Schimpfe Sie nicht, er ist ein bravs Männle, und ein Bürschle wie die gute Stund.
Lottchen.
Ach ja Vater, er trübt kein Wasser.
Wurzel. Ein Fischer—und trübt kein Wasser? und pritschelt den ganzen Tag darin herum. (Streng zu Lottchen.) Du schweigst! und wenn du dich nicht in meinen Willen fügst und immer vom Wald phantasierst, du melancholische Wildanten, und mir noch einmal dein Bauerngwand heimlich anziehst, was dadrin in einem Pünkel versteckt hast, und nichts als Fisch und Wasser im Kopf hast, so gib acht, wie ich dich durchwassern werde, einen Wolkenbruch laß ich auf deinen Buckel niedergehen, wannst nicht den alten Millioneur heuratst.
Lottchen.
Ach, was bin ich für eine arme Närrin!
Wurzel. Just, wenn man eine arme Närrin ist, muß man suchen, auch Millioneurin zu werden, so verzeihen einem doch die Leut die Narrheit leichter. Ein Fischer heiraten wollen—dieses unsichere Metier, bis er einen Fisch fangt, kommen ihm hundert aus. Da heirat lieber einen von den seinen Schnecken, so kriegst doch einen Hausherrn.
Lottchen.
Vater, bringen Sie mich nicht auf das äußerste. Hören Sie meinen
Schwur: Ich verachte alle Reichtümer Ihrer Stadt und werde nie,
nie von meinem armen Karl lassen.