Rappelkopf. Aber ein junger Herr—Also die Gschicht ist noch nicht aus, mit diesem Maler?
Sopie.
Und darf nicht aus sein, denn das Glück und die Ruhe deiner
Tochter stehen auf dem Spiele. Sie wird ihn ewig lieben.
Rappelkopf.
Und ich werd ihn ewig hassen.
Sopie.
Was hast du als Mensch an ihm auszusetzen?
Rappelkopf.
Nichts, als daß er einer ist.
Sopie.
Was hast du gegen seine Kunst einzuwenden?
Rappelkopf.
Alles! Ich hasse die Malerei, sie ist eine Verleumderin der
Natur, weil sie s' verkleinert. Die Natur ist unerreichbar.
Sie ist ein ewig blühender Jüngling, doch Gemälde sind
geschminkte Leichen.
Sopie.
Ich kann deine Ansichten nicht billigen und darf es nicht.
Meine Pflicht verbietet es.
Rappelkopf. Weil du dir die Pflicht aufgelegt hast, mich zu hassen, zu betrügen, zu belügen et cetera. (Wendet sich von ihr ab.)
Sopie.
So laß dir doch nur sagen—