Astragalus.
Und es ist eine Frechheit von Ihnen, daß Sie sich gegen
meine Erlaubnis in mein Haus zu schleichen suchen, um mein
Kind von dem Gehorsam gegen seinen Vater abzubringen.
Rappelkopf.
Sehr schön, ich muß mich selber loben.
August. Herr von Rappelkopf, ich beschwöre Sie bei allen Gefühlen, welche Ihr leidenschaftliches Herz je bestürmten, haben Sie Nachsicht mit den meinigen. Ich kann ohne Ihre Tochter nicht leben, ich war drei Jahre abwesend, und meine Gesinnungen haben sich nicht verändert. Ich besitze ein kleines Vermögen, habe mich in meiner Kunst verbessert, schenken Sie mir Ihre Einwilligung, nie werde ich Ihre Gnade vergessen, und Sie werden einen dankbaren Sohn an mir gewinnen.
Rappelkopf. Das ist kein gar so schlechter Mensch, er soll doch nicht so hart mit ihm sein.
Astragalus. Ich traue Ihren Worten nicht, denn Falschheit blickt aus Ihrem Auge. Darum wagen Sie es nicht mehr, meine Schwelle zu betreten. Eh steht mein Tor hungrigen Wölfen offen, eh laß ich Raben unter meinem Dache nisten, eh will ich giftge Schlangen an dem Busen nähren, eh laß ich alle Seuchen hier im Hause wüten und will die Pest zu meinem Tische laden, eh ich nur Ihrer Lunge einen Atemzug in meinem Schloß erlaube.
Rappelkopf. Das ist ein Unsinn ohnegleichen. Es ist beinah nicht zu glauben, daß ein Mensch so sein kann.
August.
Herr von Rappelkopf, wenn Ihnen das Leben eines Menschen etwas
gilt, so reizen Sie meine Leidenschaft nicht auf das höchste—
Herr von Silberkern, nehmen Sie sich meiner an.
Rappelkopf. Ich kann ja nicht, ich bin froh, wenn er mich selber nicht hinauswirft.
August.
Also wollen Sie mir mit Gewalt das Leben rauben?
Astragalus (boshaft). Sie würden mich sehr verbinden, wenn Sie mir es zum Geschenke machen wollten.